Erfülle dir Deine Wünsche ohne Reich zu sein

Was bedeutet Reichtum für dich? Ist man reich, wenn man viel Geld hat? Wenn man sich alles leisten kann was diese moderne Welt zu bieten hat? Ich meine Reichtum hat nicht unbedingt mit Geld zu tun. Meiner Meinung nach ist man reich wenn man sich alles leisten kann was man wirklich braucht und möchte. Und ich betrachte mich als besonders reich.

Ich bin eine Teilzeit Kellnerin die obendrein fast die Hälfte des Jahres im Urlaub ist. Wie funktioniert das? Mir wurde diese Frage mittlerweile so oft gestellt, dass ich mich dazu entschlossen habe einen Post darüber zu schreiben. Erwarte keine praktische Antwort mit der Anleitung einer magischen Formel die dir auf der Stelle alle deine Wünsche erfüllen wird. Wenn du auf der Suche bist nach einfachen Lösungen, dann ist dies nicht deine Post. 

Wenn du allerdings auf der Suche bist nach einer Antwort mit der du nicht nur deine Wünsche erfüllen kannst, sondern auch deine Seele heilen kannst, lese dann weiter. Wie jedes Problem auf der Welt, gibt es auch zu diesem Problem eine spirituelle Lösung. Und wie jede spirituelle Lösung brauchen die Resultate Zeit und deine Bemühungen um sich zu realisieren. Aber wie jedes spirituelle Resultat wird es deine Erwartungen übertreffen und wirst du so viel mehr erreichen als nur deine materiellen Wünsche. 

Meine Geschichte 

In diesem Post beschreibe ich wie meine Beziehung zu Geld sich über die Jahre entwickelt hat. Zwar ist meine Geschichte einzigartig, die dahinter liegenden Prinzipien jedoch nicht. Diese funktionieren für dich genauso wie für mich.  

Es wird dich wohl nicht überraschen wenn ich dir sage, dass meine Beziehung zu Geld stark geprägt wurde von der finanziellen Situation in meiner Kindheit. Obwohl meine Eltern beide eine gute Ausbildung genossen hatten, waren wir finanziell nicht gerade gut gestellt. Ich würde nicht sagen, dass wir arm waren, aber wir waren nach dem modernen westlichen Standard sicherlich keine perfekte Musterfamilie. 

Als Kind schenkte man mir “ein Herz voller Liebe” wenn ich zum Ende des Jahres mit einem guten Zeugnis nach kam und der Nikolausschuh blieb oftmals gähnend leer. Obwohl ich nie wirklich Hunger gelitten hab, musste ich mir zu seltenen Gelegenheiten mein Magen mit Kartoffeln und Salz füllen. 

Ich habe mich selber lange dafür bemitleidet unter solchen Umständen aufzuwachsen und habe mir lange gewünscht ich bräuchte nicht ständig an meine Finanzen zu denken. Als ich finanziell unabhängig wurde, war mein Verhältnis zu Geld ein Drama. Ich hatte Angst jeden einzelnen Cent auszugeben. Ich hatte solch eine Angst, dass ich eine genetische Veranlagung dazu hatte nicht mit Geld umgehen zu können, welches ich mit übermäßiger Kontrolle probierte zu unterdrücken.
Jahrelang habe ich meine Ausgaben kontrolliert und habe ich mich Ausgaben nur auf das Nötigste beschränkt. Zum Glück habe ich mich selber dank einer weisen Entscheidung gerettet. Ich war Anfang zwanzig und hatte zum ersten Mal ein gebrochenes Herz welches mich auf den spirituellen Pfad führte. Ich entschloss mich dazu nicht nur mein gebrochenes Herz zu heilen, sondern auch meine gebrochene Beziehung zu Geld.  

Ich fing an zu verstehen wie mein krankhaftes Mangeldenken nicht nur den Mangel an Geld herbeiführte, sondern mir auch jeglichen Spaß an den Vorteilen des Geldes geraubt hat. Statt die Dinge zu genießen fühlte ich mich nur ängstlich und nervös. 

Langsam entspannte ich mich immer mehr. Ich fing an in mich hinein zu spüren was mir wirklich wichtig war und was nicht. Da stellte sich heraus, dass mir eigentlich recht wenig wichtig war. Die Tatsache, dass ich mit so wenig aufgewachsen bin hat dazu geführt, dass meine Bedürfnisse schnell befriedigt waren. Im Grunde genommen brauchte ich nur Essen, Obdach, Liebe und Natur. In Kombination mit der Spiritualität fing ich an mein “Pech” in eine Situation zu transformieren die so viel mehr Wert ist als all das Geld dieser Welt. Meine “unterprivilegierte” Position stellte sich als Segen aus, nachdem ich die Kunst erlernte das Positive in den Herausforderungen des Lebens zu erkennen. Und finanzielle Sicherheit war sicherlich nicht der einzige Segen…

Minimalismus 

Offensichtlich war einer der ersten Segen eine natürliche Neigung zum Minimalismus. Mein Mangel an Geld und die Angst es auszugeben, sorgte dafür, dass ich mit dem Wenigsten zufrieden war. Die Art und Weise wie ich erzogen wurde half mir auch dabei meine Bedürfnisse auf das Minimum zu reduzieren. Ich gewöhnte mich einfach nicht an bestimmte Luxusgegenstände und teure Aktivitäten. Wann immer wir etwas mit der Familie unternahmen gingen wir raus in den Wald um zu spazieren. Mittlerweile bin ich sehr dankbar dafür, dass wir schon fast dazu gezwungen waren rauszugehen in die Natur, da wir uns solche Sachen wie Restaurants, Freizeitparks und Kino oft nicht leisten konnten. Statt mich an diese Aktivitäten zu gewöhnen, habe ich die Spaziergänge in der Natur über die Jahre sehr zu schätzen gelernt. Heutzutage ist ein Gang in der Natur meine absolute Lieblingsaktivität und Gott sei Dank bin ich fast überall von der Natur umgeben und ist es komplett umsonst. 

Grundsätzlich entwickelte ich Tendenzen und Präferenzen die nicht ganz übereinstimmten mit den sozialen Normen der Konsumgesellschaft. Mein finanzielles “Unglück” sorgte irgendwie dafür, dass ich den Bezug verlor zu den schicken, Status-erhöhenden, super modernen und Lebensverbessernden Produkten wo alle anderen drüber schwärmen. 

Nicht nur hatte ich mich nie an diese Dinge gewöhnt, weshalb sie mir nicht fehlten, ich entwickelte sogar eine Aversion gegen manches, so wie auswärts Essen gehen. Die Idee mich an einem überfüllten Ort aufzuhalten, von einer limitierten Karte zu bestellen, nicht zu wissen wie es genau zubereitet wurde, auf den beschäftigten Kellner zu warten und nicht die Möglichkeit zu haben einfach laut zu lachen ohne dabei anderen zu stören (glaube mir, ich bin eine sehr laute Person und lache viel!) reizt mich nicht gerade. Und dann muss ich obendrein noch einen furchtbar hohen Preis dafür zahlen? Nein danke! 

Ich genieße meinen minimalistischen Lebensstil wirklich. Ich habe absolut nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas aus der Konsumgesellschaft fehlt. Ich habe keine tolle Wohnung (ich lebe immer noch in einer WG), kein Auto (und keinen Führerschein) und keinen “seriösen” Job (dafür aber ein Master Diplom welches ich nicht nutze), aber nichts davon macht mich unglücklich. Ich habe meine Freiheit, unheimlich viel Zeit um in der Natur zu sein und zum Reisen, geliebte Menschen um mich rum und einen gesunden Körper. Es hört sich vielleicht Klischee an, aber das ist wirklich alles was ich brauche. 

Selbstakzeptanz  

Gegen den Strom zu schwimmen ist nicht einfach, vor allem wenn man jung ist. Wenn man eine Persönlichkeit entwickelt die nicht ganz übereinstimmt mit den gesellschaftlichen Normen kann das auch mal zu Widerstand und Spott führen.
In den meisten Fällen war der Spott eher harmlos und subtil. Aber als junger, unsicherer Teenager war ich sehr anfällig für die Blicke meiner Umgebung. Ich wusste, dass ich nicht die richtigen Klamotten trug (mir wurde mal gefragt ob ich lesbisch sei da ich ja anscheinend nicht versuchte das andere Geschlecht mit meinen Klamotten zu reizen), ich nicht das richtige Telefon hatte (nach meinem ersten Smartphone (ein Iphone 4) habe ich nie wieder ein Telefon von einem der bekannten Marken gekauft) und besuchte anscheinend auch die falschen Partys (ich mag keine elektronische Musik und besuchte also statt den teuren und “angesagten” Techno-Parties lieber die gratis Latino, 80-er, Rock etc. Partys.) 

In manchen Fällen war der Spott aber auch mehr offenkundig. Bis vor 3 Jahren rauchte ich noch. Ich fing an meine eigenen Zigaretten zu rollen als ich in Berlin wohnte, in 2002. Zu dieser Zeit war Berlin genau der richtige Ort für mich. Die Mehrheit war arm (denke an Wowereit’s Worte in 2003: Berlin ist arm aber sexy!) und soweit ich mich erinnern kann war es angesagt arm zu sein. Die Reichen wurden größtenteils verpönt und zum ersten Mal fühlte ich mich nicht arm, aber einfach nur normal. 

Ich realisierte nicht, dass meine Gewohnheit mir meinen eigenen Zigaretten zu rollen auch nur ansatzweise komisch sein könnte bis ich in 2010 nach Amsterdam, die Hipster-Stadt schlechthin, zog. Nachdem ich ein Jahrzehnt problemlos Tabak geraucht hatte landete ich plötzlich immer wieder in Situationen in denen meine Gewohnheit verpönt wurden. Mehr als einmal fragte man mich, wenn ich mir gerade eine Zigarette rollte, warum ich das denn mache, ich wäre doch kein Bauarbeiter oder Matrose? Andere sagten mir (ohne das ich sie jemals um ihre Meinung gebeten hätte), dass sie nie im Leben mit einer Frau ausgehen würden die Zigaretten rollt, das wäre ja vollkommen unweiblich. 

Obwohl ich zu dieser Zeit älter (und weiser) war, taten mir diese Bemerkungen manchmal schon weh. Zum Glück. Solche Bemerkungen haben mir nämlich beigebracht mich selbst und meine Entscheidungen im Leben zu akzeptieren. Durch die Kommentare zog ich meine Entscheidungen nochmal neu in Erwägung und kam zu einer Schlussfolgerung: Ich hatte mich ganz bewusst entschieden für das was ich machte und es war ein Teil von mir geworden. Nur weil es Menschen gab die mich nicht als damenhaft oder vornehm betrachteten, würde ich weder mich selber noch meinen Lebensstil leugnen. Die einzige Person die mich akzeptieren musste war ich selber. Und das ist genau was ich tat. 

Authentizität

Meine Selbstakzeptanz führte mich automatisch auf den nächsten Pfad: der Weg zu meinem authentischen Selbst. Von dem Moment an, dass ich akzeptierte das meine Bedürfnisse und Wünsche nicht der Norm entsprachen, war ich bereit dazu herauszufinden was ich wirklich wollte und schätzte im Leben. Ich war bereit mein authentisches Selbst zu entdecken. Weder meine Angst die Kontrolle zu verlieren, noch das Bedürfnis nach (oberflächlicher) sozialer Akzeptanz konnten mich davon abhalten meine wahren Bedürfnisse zu entdecken. 

Ich erinnere mich an einem Tag als ich, wieder einmal, mit einer Freundin im Wald saß. Sie wollte unbedingt mit mir ins Restaurant oder Kino, aber ich weigerte mich. Diese Aktivitäten reizten mich kein bisschen und ich wollte ganz bestimmt kein Geld dafür ausgeben. Ich war glücklich im Wald, warum sollte ich etwas daran ändern? 

In diesem Moment realisierte ich mich zum ersten Mal, dass meine Entscheidung nicht nur auf puren Geiz basierten, aber eigentlich ein Teil meiner Selbst war. Ich sagte ihr sie könne gerne mit anderen Freunden ins Restaurant oder Kino, aber nicht mit mir. Dies ist wer ich bin und sie konnte das entweder akzeptieren oder die Freundschaft sein lassen. Sie akzeptierte es und fragte mich nie wieder ins Restaurant oder Kino zu gehen. 

Herauszufinden wer ich wirklich bin ist eine fortwährende Abwägung zwischen dem was mein wahres Ich möchte und was die Gesellschaft möchte und eine Abwägung zwischen dem was mein wahres Ich möchte und was mein traumatisiertes Ego befürchtet. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich 100% geheilt bin und ich genau weiß welche Stimme gerade spricht. Aber ich mache jeden Tag einen Schritt in die richtige Richtung. Dein authentisches Selbst kennenzulernen ist eine lebenslange Reise, aber glaube mir jeder Schritt lohnt sich. 

Freiheit

Das größte Geschenk welches mir auf der Suche nach meinem authentischen Selbst beschert wurde war die der (finanziellen) Freiheit. Von all dem was ich beschrieben habe, kannst du dir vorstellen, dass ich wenig ausgebe. Und nicht weil ich geizig bin (obwohl es so angefangen hat), aber weil ich aufrichtig glücklicher bin mit weniger. Ich habe gelernt welche Sachen mir temporäres und oberflächliches Glück bescheren und welche mir nachhaltiges und tiefes Glück bescheren. Bereite dich schonmal auf das nächste Klischee vor: Diese Sachen sind oft umsonst. 

Meine minimalistische Tendenzen haben nicht nur zu finanzieller Freiheit geführt, sondern auch zu anderen Freiheiten, sowie mentale Freiheit. Ich leide nicht unter zwanghaftem Überkonsum um das Loch in meiner Seele zu füllen. Ich brauche niemanden mit teuren Klamotten zu imponieren oder mich übermäßig zu beschenken mit unnötigen “Geschenken” um mein verletztes Inneres Kind zu besänftigen. Ich habe Frieden mit was ist, weil ich Frieden habe mit mir selber. Mental bin ich nicht verbunden mit der Konsumgesellschaft welches ich als ein großes Geschenk in der Form von Freiheit betrachte.  

Außerdem habe ich Freiheit der Zeit. Ich brauche nicht so viel zu arbeiten wie andere um über die Runden zu kommen und kann diese Zeit mit den Sachen füllen die mich glücklich machen, so wie lesen, meditieren, Yoga, in der Natur sein, kochen, Freunde treffen und reisen. Und glaub mir, ich kann mich nicht erinnern wann ich mich das letzte Mal gelangweilt habe. Ich brauche keine Unterhaltung, da ich mich auch super selbst unterhalten kann 😉 

Mein Job erlaubt mir Bewegungsfreiheit, da ich für eine Agentur arbeite und keinen festen Vertrag habe. Manche werden nervös bei dem Gedanken kein festes Einkommen zu haben. Ich da hingegen werde nervös bei dem Gedanken an einen Job gefesselt zu sein, nicht meine eigene Arbeitstage planen zu können und vor allem nicht einfach planen zu können wann ich weg bin. 

Diese viele Freiheiten sind mir so viel mehr wert als irgendein Luxusgegenstand oder all das Geld der Welt. Natürlich brauche auch ich Geld und ich wäre die Letzte die sagen würde, dass Geld schlecht ist. Ich bin einfach nur dankbar dafür mit weniger Geld aufgewachsen zu sein und gelernt zu haben die kleinen und gratis Dinge im Leben zu schätzen damit ich das wenige Geld was ich habe für die Dinge nutzen kann die mir wirklich wichtig sind. 

Universelles Gesetz 

Was ich hier beschreibe ist mein eigener, persönlicher Weg und wie meine Beziehung zu Geld sich entwickelt hat. Dein Fall könnte komplett anders sein. Also, wie hilft dir meine Geschichte um deine Beziehung zu Geld zu verbessern? 

Meine Geschichte enthält ein paar universelle Gesetze, die jeder anwenden kann. 

  1. Konfrontiere deine Ängste und lernen mit ihnen umzugehen.  
  2. Lerne deine authentisches Selbst kennen und finde heraus was dir wirklich wichtig ist. 

Um das Geld auf eine natürliche Art und Weise fließen zu lassen, musst du tief in dein Inneres schauen und deine Seele ergründen . Wenn ich meine Ängste nicht konfrontiert hätte, würde ich mich immer noch an das Geld klammern und würde damit den natürlichen “flow” verhindern mit meinem festen Griff. Und wenn ich mein wahres Selbst nicht kennengelernt hätte, würde ich entweder Zeug kaufen was ich nicht brauche oder würde mich dafür schämen nicht das zu haben was andere haben. Ich würde nicht den innerlichen Frieden und die mentale Ruhe erfahren die ich jetzt habe. 

Aber was wenn mein authentisches Selbst nun wirklich ein Pferd oder eine Yacht möchte? Vielleicht hat mein authentisches Selbst eben teure Wünsche…

Das wäre überhaupt kein Problem. Hier fängt es eigentlich an so richtig interessant zu werden: wenn du dich erstmal von deinen Ängsten und negativen Glaubenssätzen befreit hast, wird dir das Universum alles liefern was dein authentisches Selbst wirklich möchte. Dafür brauchst du nur noch eine Regel anzuwenden: 

3. Lass los und vertraue dem Universum. 

Wenn dir deine Ängste nicht mehr in dem Weg stehen und du wirklich weißt was du möchtest, brauchst du dich nur noch zurückzulehnen und dem Universum zu vertrauen. Letztendlich erhalten wir immer was wir wirklich wollen, solange wir uns selbst nicht sabotieren und wir die guten Dinge im Leben nicht davon abhalten in unser Leben zu treten indem wir uns auf das Negative konzentrieren. So funktioniert das Universum nun mal (Lese mehr auf meinem Post über die Kunst der Manifestation wenn du mehr wissen möchtest). Du brauchst nur im Reinen zu sein mit dir Selbst, damit die Vibrationen des Universums durch dich hindurch fließen können. Du wirst nicht nur das erhalten was du wirklich möchtest, sondern wirst auch den Prozess genießen bis zu dem Zeitpunkt wo sich dein Wunsch in die Realität umsetzt. Bereite dich vor auf eine lange Reise, aber glaube mir: Du wirst wirklich alle deine Wünsche erfüllen und noch vieles mehr… 

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