Überwinde deinen Herzschmerz mit Liebe

Never be sad for what is over, just be glad it was once yours. If you truly love someone you have to let them go and be happy for them, no matter what. Because true love will never cage something.

Fast jeder hat schon mal an einem gebrochenen Herzen gelitten. Manche leiden ständig darunter. Andere suchen sich schnell einen neuen Partner um ein Pflaster drüber zu kleben. Nur damit sie am Ende doch wieder mit einem gebrochenen Herzen da stehen. Ein gebrochenes Herz tut verdammt weh. Aber wenn man es ignoriert verschwindet es nicht. Man muss sich dem Schmerz stellen, damit man es heilen kann. In diesem Post werde ich beschreiben wie ich meine Schmerzen geheilt habe und sie in Vitalität, Kraft, Freude und (Selbst-) Liebe transformiert habe.

Mein erstes gebrochenes Herz

Ich hatte in meinem Leben mehrere (kurze) Beziehungen. Die meisten waren Fernbeziehungen und haben den Abstand nicht überstanden. Aber um ehrlich zu sein frage ich mich ob die Beziehungen es auf einem kürzeren Abstand überlebt hätten. Ich habe gelernt, dass die Kraft einer Beziehung eher abhängig ist von der Selbstliebe der involvierten Partner und nicht von äußeren Umständen.

Wie auch immer, es gibt zwei Beziehungen die mich geprägt haben und meine Persönlichkeit um einiges geändert haben. Die erste Beziehung ist eigentlich der Grund dafür, dass ich mich auf dem spirituellen Weg begeben habe. Bis zum heutigen Tag bin ich diesem Mann, nennen wir ihn Mal Rick, sehr dankbar für die eher schmerzhafte Beziehung.

Mit ging es so dermaßen schlecht, dass der spirituelle Weg für mich der einzige Ausweg zu sein schien. Aber egal wie sehr ich mich angestrengt habe mein “beste Ich” zu werden, nach einem Jahr verließ er mich. Gerade als unsere Beziehung ernst wurde, verließ er mich mit den Worten: “Du bist die wichtigste Frau in meinem Leben, aber ich kann es einfach nicht.” Eins kann ich sagen: das tut unheimlich weh! Manchmal wünschte ich mir, er hätte mir einfach gesagt, dass er mich nicht liebt. Das hätte es einfacher für mich gemacht die Situation zu akzeptieren. Aber so war es nicht und trotzdem musste ich weiter nach vorne schauen.

Das war aber leichter gesagt als getan. Ich kann mich noch erinnern wie ich, mehr als sechs Monate nach der Trennung, auf der Couch lag und unaufhörlich geweint habe. In Embryonalstellung lag ich da und fragte mich ob ich jemals aufhören würde zu weinen. Irgendwann wusste ich auch nicht mehr ob ich nun weinte weil er mir fehlte oder weil ich Angst hatte für immer mit diesem Schmerz in mir leben zu müssen. Es fühlte sich an als der Schmerz niemals gehen wollte und ich für immer mit dem Herzschmerz leben müsste.

Letztendlich hat es mich anderthalb Jahre gebraucht bis ich endlich stolz sagen konnte (ohne mich mit einem anderen Mann abgelenkt zu habe), dass ich über ihn hinweg war. Ich liebte ihn zwar immer noch als Mensch, aber war in romantischer Hinsicht nicht mehr an ihn interessiert. In den anderthalb Jahren hatte ich nämlich angefangen unsere ungesunde Beziehungsdynamik besser zu verstehen. Ich war emotional sehr abhängig von ihm und er war emotional unabhängig und hatte Angst sich zu binden. Da ich wusste, dass meine Abhängigkeit ein Resultat meiner fehlenden Selbstliebe war, fing ich mich mehr um mich und mein Selbstwertgefühl zu kümmern. Das klappte recht gut und ich genoss meine emotionale Freiheit und die Unabhängigkeit der darauffolgenden Single-jahre.

Mein zweites gebrochenes Herz

Ich hätte diesen sorgenfreien Lebensstil bis ans Ende meines Lebens genießen können, aber mir fiel auf, dass ich mich immer mehr vom spirituellen Weg distanzierte. Da eine Beziehung anscheinend ein guter Auslöser für spirituelle Entwicklung zu sein schien, öffnete ich mich dann doch langsam für eine neue Beziehung.

Nach vier unbesorgten Jahren als Single, traf ich dann den zweiten einflussreichen Mann meines Lebens, Noah. Die Beziehung war alles andere als ein Traumbeziehung. Die Tatsache, dass er 10 000 Kilometer weiter weg wohnte war unser kleinstes Problem. Aber wir liebten uns sehr und ich war bereit für diese Beziehung zu kämpfen. Leider war auch diese Beziehung zum scheitern verurteilt als Folge fehlender Selbstliebe und Vertrauen im Leben. Wieder einmal wurde ich verlassen mit den Worten: “Ich treffe diese Entscheidung nicht weil sie mich glücklicher macht, aber ich spüre, dass ich das jetzt machen muss.” Ich hatte diesen Mann unheimlich geliebt und war davon überzeugt eine Zukunft mit ihm zu haben. Trotzdem hat der Heilungsprozess von dieser Beziehung statt anderthalben Jahren nur zwei Monate gedauert.

Meine Einsichten

Meine Güte, wie hast du das gemacht?!

Hier fängt es an interessant zu werden! Der große Unterschied war meine eigene persönliche Kraft und wie ich die Beziehung von Anfang an geführt habe. Zwei Faktoren waren ausschlaggebend:

  1. Ich habe zu jeder Zeit versucht ihn meine bedingungslose Liebe zu geben. Ich habe keine Spiele gespielt und habe auch versucht nicht mit seinen Spielen mitzuspielen.

Warte, das versteh ich jetzt nicht. Bereust du nicht gerade, dass du ihm all diese Liebe geschenkt hast und er dich dann mit leeren Händen verlassen hat?

Nein, im Gegenteil. Gerade weil ich ihm so viel Liebe geschenkt habe, bereute ich die Beziehung umso weniger. Erstens, konnte ich die Beziehung mehr genießen, einfach nur weil Liebe schenken so etwas tolles ist. Zweitens konnte ich mir keinen Vorwurf machen nicht mein Bestes getan zu haben. Liebe geben war das Beste was ich tun konnte. Drittens konnte ich ihn wegen der bedingungslosen Liebe auch einfacher gehen lassen. Wenn du jemanden wirklich liebst, willst du nur, dass diese Person frei ist und macht was ihn glücklich macht. Sogar wenn das bedeutet, dass er ohne dich weiter möchte. Sogar wenn es ihn nicht glücklicher macht solltest du ihn gehen lassen. Jeder macht seine eigenen Erfahrungen zu seiner eigenen Zeit und im eigenen Tempo. Es ist auch ein Zeichen von Liebe, wenn man darauf vertraut, dass jemand fähig ist die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ok, weiter mit dem zweiten ausschlaggebend Faktor:

2.) Ich habe die Trennung nicht persönlich genommen. Ich wusste, das seine Entscheidung um ohne mich weiter zu gehen nichts mit mir zu tun hatte. Er hatte seine eigenen persönlichen Probleme und meiner Meinung nach hatte er auch noch eine hidden agenda. Ich konnte deutlich sehen wie er sich selbst in vielen Hinsichten verloren hatte. Um jemanden wirklich zu lieben muss man erst sich selbst lieben. Es war überdeutlich, dass Noah dazu nicht in der Lage war. Wie konnte es dann persönlich nehmen, dass er mich nicht lieben konnte wenn er nichtmals sich selbst lieben konnte?

Naja, du hast leicht reden, immerhin hat er nicht gesagt, dass er dich nicht liebt. Aber was, wenn er gesagt hätte: Ich bin nicht glücklich mit dir und ich liebe dich nicht mehr. Dann ist es doch recht persönlich?

Vielleicht ist es in diesem Fall persönlich gemeint, aber ich würde es trotzdem nicht persönlich nehmen. Seine Unfähigkeit mich zu lieben ist wahrscheinlich eine Folge seiner Unfähigkeit sich selbst zu lieben. Außerdem: Bin ich ein schlechter Mensch weil er mich nicht mehr liebt? Brauche ich seine Anerkennung und Liebe um mich gut über mich selbst zu fühlen? Wurde er etwa vom Universum angewiesen um zu bestimmen wer “gut” und wer “schlecht” ist? Es geht hier um seine persönliche Meinung über mich, das hat nichts mit meinem objektiven Wert als Mensch zu tun. Es gibt so viele Menschen auf dieser Welt die mich nicht lieben. Das hält mich doch auch nicht nachts vom schlafen ab?

Hmm, das macht Sinn…

3.) Ich akzeptierte das alles aus einem Grund passiert. Ich wusste, wenn er nicht derjenige welche ist, dann wartet “der Richtige” noch irgendwo auf mich. Und außerdem ist wahrscheinlich irgendwo eine interessante Lektion versteckt in dieser Situation. Wenn wir dazu bereit sind aus allem etwas zu lernen, kann jede “negative” Situation in eine “positive” umgewandelt werden.

4.) Mir wurde bewusst, dass ich der einzige Mensch bin der verantwortlich ist für mein Glück. Um glücklich zu sein brauchte ich nicht ihn, sondern mich selbst. Es war ja schon schlimm genug, dass er mich verlassen hatte, ich konnte es mir nicht leisten mich selbst auch noch zu verlassen. Im Gegensatz zu früheren Erfahrungen, habe ich mich dieses Mal nicht auf meinen Ex-Partner konzentriert, sondern auf mich selbst.

Ich sorgte sehr gut für mich und tröstete mich, so wie einen guten Freund trösten würde. Je mehr ich mich um mich selbst kümmerte, umso mehr fing ich wirklich an spüren, dass mein Glück aus mir herauskommt und nicht von jemand anderen erzeugt werden kann. Ich hatte mich noch nie so geliebt und umsorgt gefühlt. Ich hatte Tage, vor allem kurz nach der Trennung, wo ich so eine starke, unerklärliche Liebe empfand für alle um mich herum, inklusive mich selbst. Ich erinnere mich wie ich eines Tages an einem Mann vorbei fuhr, der gerade ein Sandwich am essen war. Mich überkam ein Welle von Liebe und am liebsten wäre ich vom Fahrrad gestiegen, hätte ihn ganz fest umarmt und ihm erzählt, dass ich ihn liebe, genauso wie er ist. Ich habe noch nie Drogen genommen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich so anfühlt wenn Leute MDMA oder andere emotionssteigernde Drogen nehmen. Ich hatte dieses Gefühl ganz ohne Drogen kreiert. Und ganz ohne Mann. Es war alles schon in mir drin und wird auch immer in mir bleiben.

5.) Ich erlaubte mir den Schmerz zu spüren. Als Rick mich verließ wollte ich nur zu gerne über ihn hinwegkommen. Ich wollte ihn einfach nur vergessen. Es sollte auch ja keiner wissen, dass ich ihn noch liebte. Hierdurch litt ich umso mehr und wurde meine Abhängigkeit nur noch stärker. In Noah’s Fall akzeptierte ich die Gefühle einfach wie sie waren. Wenn mir nach weinen war, dann weinte ich einfach. Ganz unzensiert und ohne über mich oder meine Situation zu urteilen.

6.) Ich akzeptierte die Situation. Es war vorbei. Nichts würde die Situation ändern. Indem ich es akzeptierte, wurde mir meine Freiheit und Macht bewusst in jeder Situation wählen zu können. Die erste Wahl wäre gewesen monatelang über diese Situation nachzudenken, mich selbst dafür zu verurteilen einen Mann verloren zu haben den ich so sehr liebte und mich darüber zu beklagen, dass ich Zukunft mit ihm verloren hatte die so toll hätte sein können. Die zweite Wahl war es die Situation einfach zu akzeptieren und zu wissen, dass alles aus einem Grund passiert. Das Leben einfach mit Neugier und Vitalität weiterzuleben, mich fragend welche Überraschungen das Leben noch für mich in Petto hat. Ich entschied mich für die zweite Wahl.

7.) Ich habe mir jede Menge Drama bespart. Drei Monate nachdem er mich verlassen hatte, bekam er ein Baby mit einer Frau mit der er mich betrogen hatte. Ich wusste davon und war  dazu bereit ihn und sein Baby zu unterstützen und die tollste Stiefmutter aller Zeiten zu werden. Aber ganz tief von innen war ich doch sehr froh aus diesem komischen Liebesdreieck befreit zu sein. Ich werde in einem anderen Post mehr über die Situation schreiben und erklären warum ich bei ihm geblieben bin. Hast du vielleicht auch so eine suboptimale Situation in deiner gescheiterten Beziehung, die du gerne hinter dir lässt? Irgendein Drama oder ein Karakterzug deines Partners auf das du gerne verzichten kannst?

Das war eine ganz schön lange Liste, aber ich hoffe es hat dich mit neuen Einsichten erfüllt, die dir neue Kraft gegeben haben dem Leben wieder mit Kraft und Fülle zu entgegnen! Ich wünsche dir, dass dein Herzschmerz, wie in meinem Fall, eine Erfahrung wird auf die du zurückschauen kannst mit viel Selbstliebe und einem Lächeln auf den Lippen.

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