Ein spiritueller Ansatz wenn du feststeckst

Wenn wir feststecken wollen wir gerne einen Schritt im Leben machen, wissen aber oft nicht in welche Richtung. Wir wollen unser Leben ändern, haben aber keine Ahnung wie wir das machen sollten. Wir werden unruhig und kommen uns verloren vor, erfüllt von Zweifel und Ängsten. Vielleicht hatten wir irgendwann einen Moment positiver Energie, die uns überhaupt dazu bewegt hat unser Leben zu verändern. Aber statt dieser Positivität spüren wir jetzt nur noch Scham und Selbstverurteilung dafür, dass wir es einfach nicht gebacken kriegen unser Leben zu ändern. Aber wie könnten wir denn auch etwas unternehmen, wenn wir nicht mal wissen was?

Wenn wir an diesem Punkt sind neigen wir dazu eines der folgenden Optionen zu wählen: 1. Da versagen vorprogrammiert ist, geben wir lieber sofort auf; 2. Aus lauter Verzweiflung drücken wir uns in eine bestimmte Richtung, egal ob es sich gut anfühlt oder nicht. Es wird dich wohl nicht sehr überraschen wenn ich dir sage, dass beide Ansätze dich nicht mit positiven Resultate beglücken würden. Aber zur gleichen Zeit ist es gerade die Kombination dieser Ansätze die positive Resultate bewirken. Wir müssen nämlich in einer gewissen Weise aufgeben und wir müssen auch bestimmte Dinge ändern um uns aus unserer “Klemme” zu lösen. Damit es allerdings wirklich effektiv ist, müssen wir den Ansätzen einen spirituellen Dreh geben.

Übergabe

Man könnte Übergabe als eine spirituelle Art und Weise der Kapitulation interpretieren können. Der Unterschied steckt jedoch darin, dass man nicht nur die Kontrolle aufgibt, sondern sie einer höheren Macht übergibt. Du akzeptierst die Situation und gibst den Widerstand auf. Du vertraust darauf, dass für dich gesorgt wird und du nicht unbedingt wissen brauchst was der nächste Schritt ist.

Sogar wenn du in einer unerträglichen Situation bist ist es schlau einfach mal innezuhalten und dich zu übergeben. Wenn du wirklich keinen Ausweg mehr siehst, übergebe dann die Kontrolle. Vertraue darauf, dass das Universum (oder Gott, Allah, Shiva, wie auch immer du es nennen möchtest) dir nur das geben wird was du bereit bist zu empfangen. Oft stecken wir in einer Situation fest weil wir daraus lernen müssen. Es wäre Schade, wenn wir weitergehen würden ohne unsere Lektion zu lernen.

Wenn du dich der Situation wirklich übergeben hast, wirst du nicht nur bald die Lektion dahinter verstehen, dein Unterbewusstsein wird auch dem Universum signalisieren, dass du bereit bist für den nächsten Schritt.

Schau nach innen  

Schauen wir uns jetzt doch den zweiten Ansatz an: Veränderung herbeiführen. Ja, wir brauchen Veränderung. Aber statt uns zu konzentrieren auf die äußerliche Veränderung, sollten wir uns auf unsere innerliche Veränderung richten. Wir neigen dazu unsere äußerliche Erfahrung verantwortlich zu machen für unsere innere Erfahrung. “Ich fühle mich schlecht weil ich keinen Job habe.” Aber es ist genau andersrum! Wenn wir anfangen uns mehr auf unsere innere Welt zu richten, werden wir merken wie sich unsere äußere Welt auch allmählich anfängt zu ändern.

Ich bin heilig davon überzeugt, dass wir alle Antworten in uns tragen. Intuitiv wissen wir was zu tun ist. Aber dazu müssen wir uns erst mit unserem inneren Wesen verbinden. Om die sanfte Stimme unseres inneren Wesens hören zu können, müssen wir erst unsere Gedanken kurz ausschalten. Und die beste Art und Weise das hinzukriegen ist über die Meditation!

Während wir meditieren geben wir unserem Geist die Chance um ein paar Sekunden innezuhalten. Du wirst merken, dass es unmöglich ist durchgehend gedankenfrei zu bleiben und das ist auch gar nicht notwendig. Es ist völlig normal pausenlos zu denken. Aber jedes Mal, dass wir es schaffen unsere Gedanken auch nur für 2 oder 3 Sekunden auszuschalten, kreieren wir Raum für neue Erfahrungen. In diesen Sekunden öffnen wir die Türen zu unserer Kreativität und Intuition. Dies sind die Momente in denen du Zugriff hast zu den Schätzen die in den Tiefen deiner Seele verborgen liegen. Das passiert wahrscheinlich nicht das erste Mal, dass du meditierst, aber jedes Mal das du dich hinsetzt und atmest vergrößerst du deine Chance Zugang zu den Antworten zu erhalten.

Vor allem am Anfang wird dein Widerstand es dir unmöglich machen deinen Geist zur Ruhe zu bringen. Wenn deine Gedanken wirklich mit dir durchgehen, kann es ratsam sein ein kurzes Nickerchen zu machen. Ernsthaft, dein Geist kann wirklich zur Ruhe kommen während du schläfst. Aus wissenschaftlicher Forschung ist sogar herausgekommen, dass der REM-Schlaf unsere Kreativität erhöhen kann. Persönlich bevorzuge ich trotzdem das Meditieren, aber im Notfall kann ein Nickerchen sicherlich nicht schaden.

Richte dich auf das Hier und Jetzt

Ím nächsten Schritt nimmst du deine Achtsamkeit von deinem Meditationskissen mit in deine täglichen Aktivitäten. Manchmal liegen die Antworten direkt vor unserer Nase, aber sehen wir sie nicht weil wir zu weit suchen.  Wir vergessen zu gucken was in unserem Leben schon vorhanden ist und zur Lösung führen könnte.

Versuche dich wirklich mit deinen Aktivitäten und deiner Umgebung zu verbinden. Denke nicht aktiv darüber nach wie du dein Leben ändern willst (das wird spontan passieren), sondern mache einfach deine Arbeit. Sei achtsam beim arbeiten, höre deinen Freunden achtsam zu und schenke den Aktivitäten im Haushalt deine vollste Aufmerksamkeit. Du kannst nie wissen was die Quelle deiner Inspiration sein kann.

Achtsamkeit hilft dir nicht nur dabei dir deine Chancen im Hier und Jetzt vor Augen zu führen, sondern hat auch denselben Effekt wie die Meditation: es kreiert Raum für Kreativität und Intuition. Während du achtsam dein Geschirr spülst, trifft dich vielleicht eine Welle der Inspiration und wird dir plötzlich klar was der nächste Schritt ist.

Bleibe in Bewegung

Ok, vielleicht musst du doch ein paar äußerliche Veränderungen veranlassen. Der Nachdruck liegt aber auf ein paar. Zwinge dich nicht zu extremen Veränderungen in der Hoffnung, dass diese äußerlichen Veränderungen deine innerliche Welt verändern werden (das passiert eh nicht!), aber konzentriere dich auf die kleinen Schritte. Egal auf welchem Gebiet in deinem Leben du gerade fest steckst (deine Beziehung, Arbeit, emotionaler Zustand…), es gibt immer eine Richtung in die du gehen kannst. Gehe mit kleinen Schritten in die Richtung die dir den wenigsten Widerstand bereitet, solange wie du dich dabei wohl fühlst.

Ich habe selber ziemlich festgesteckt beim gründen meiner Firma. Momentan bin ich dabei ein life coach business zu gründen, aber bin mir bei vielen Aspekten noch unsicher. Was für eine Beratung möchte ich genau anbieten? Beziehe ich Yoga dabei? Wenn ja, wie mache ich das? Wie vermarkte ich mich? Da wahrscheinlich niemand sich zu einem Lebensberater hingezogen fühlt der selber feststeckt, habe ich diesen Ansatz für mich selber entwickelt.

Ich folge immer noch die Kurse über Lebensberatung und Geschäftsaufbau, ich stecke immer noch genügend Energie in diesen Blog en sobald wie eine Welle der Inspiration mich trifft schreibe ich es schnell auf. Aber ich suche nicht mehr aktiv nach Antworten. Ich vertraue darauf, dass das Universum mir die richtigen Antworten zur richtigen Zeit bescheren wird. Meine Aufgabe ist es mich überzugeben, zu meditieren, achtsam zu sein und in Bewegung zu bleiben. Der Rest kommt dann ganz von alleine.

Auch wenn ich noch keine Antworten habe, stecke ich um einiges weniger fest. Für mich fühlt es sich an als würde alles was ich mache Sinn machen. Es macht Sinn weil ich es achtsam mache. Ich suche keine Antworten mehr bei meinem beschränkten Geist, sondern bei einer höheren Kraft in mir. Es macht auch Sinn, weil ich mich in eine Richtung bewege ohne unnötig Energie zu verlieren. Ich benutze meine Energie dazu die Sachen zu erledigen zu denen ich im Moment fähig bin. Außerdem gebe ich mir selber die Chance den “Lösungsprozess” wirklich genießen zu können. Zur gleichen Zeit bemerke ich, dass es eigentlich nie wirklich festgesteckt habe, außer in meinem Kopf. Ich war verheddert in meinen Gedanken und meinen Willen die Kontrolle zu behalten.

Von dem Moment an, dass ich meine furchterregenden Gedanken und meinen Widerstand im Hier und Jetzt gelöst habe, fing das Leben wieder an zu fließen. Oder anders ausgedrückt: Ich konnte den “Flow” des Lebens wieder spüren. Der Flow ist die ganze Zeit da gewesen, ich habe jedoch die ganze Zeit versucht gegen den Strom zu schwimmen. Jetzt schwimme ich mit dem Strom des Lebens mit. Ab und zu, wenn ich eine kurze Verschnaufpause brauche, lege ich mich hin und lasse ich mich vom Strom treiben. Ich schaue hoch zum strahlenden blauen Himmel, spüre wie das Wasser mich trägt und vertraue darauf, dass egal wo ich lande, alles gut sein wird.

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