Missverständnisse über Yoga – Was es wirklich ist

Heutzutage ist fast jeder in der westlichen Welt bekannt mit dem Begriff Yoga. Aber eigentlich weiß kaum einer was es wirklich bedeutet. Den meisten ist bewusst, dass es nicht eine Sportart ist, sondern es einen tieferen spirituellen Wert hat. Aber was ist der Zusammenhang nun wirklich? Leider können Missverständnisse über diese uralte Tradition zur falschen Praxis und sogar Verletzungen führen. Darum ist es wichtig zu wissen was Yoga ist bevor man anfängt zu praktizieren.

Ich bin zur Zeit in Nepal und habe gerade meine Yogalehrer-Ausbildung beendet. Und ich muss ehrlich zugeben, dass sogar ich neue Sachen lerne obwohl ich schon seit sieben Jahren Yoga praktiziere. Ein Glück bin ich einem Yoga Ashram gelandet wo die Auszubildenden noch in die spirituelle Seite des Yogas eingeführt werden. Leider gibt es viele Schulen, auch in Nepal und Indien, wo man immer mehr die physische Seite des Yogas betont. Das Spirituelle geht verloren oder wird reduziert auf: “Wenn du lange genug in dieser Pose bleibst, wirst du dein Ego verbrennen und auf die Art und Weise zur Erleuchtung gelangen.”

Die Yogatradition ist kräftig und kann heilen, aber dazu muss man erst den Zweck gründlich verstehen. Ich kann nicht eine ausführliche Übersicht über die Tradition in einem Post schildern. Aber ich würde gerne ein paar Missverständnisse besprechen, damit du mehr aus deiner Praxis holen kannst und es besser genießen kannst. Ich werde mich größtenteils beschränken auf Hatha Yoga, da dies die Form des Yogas ist die die bekannten Asanas (Posen) enthält.  

Yoga ist mehr als nur Asanas

Fangen wir mal mit dem hartnäckigsten Missverständnis an: was Yoga eigentlich ist. Es ist weder eine Sportart noch eine Religion. Es ist eher ein Lebensstil der einige Posen enthaltet. Im Grunde genommen ist es ein Lebensstil der Aktivitäten enthält die Einheit von Körper, Geist und Seele befördern und die Reinigung des physischen, mentalen, emotionalen und energetischen Körper unterstützen. Dazu benutzt man verschiedene Techniken, so wie die Asanas. Die meisten Yogis fangen auch mit dieser Praxis an, die andere werden oft erst angewendet nachdem die größten Blockaden mit Hilfe der Asanas beseitigt wurden. Diese Praxen sind sehr kräftig und könnten einem Schaden zufügen als heilen, wenn man sie nicht korrekt ausführt.

Im nächsten Abschnitt erkläre ich etwas mehr über das Ziel der Asanas. aber erst erläutere ich ein paar de yogischen Aktivitäten. Fangen wir an mit der körperlichen Reininigung, auch Shatkarmas genannt. Diese Aktivitäten umfassen die nasale und abdominale Reinigung und die Aktivierung und Reinigung des Stirnhirns. Die Shatkarmas bringen Körper und Geist ins Gleichgewicht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Pranayama, welche oft fälschlicherweise als Atemübungen übersetzt werden. Prana ist nämlich mehr als nur Atem, es ist unsere Lebenskraft. Pranayama bedeutet eigentlich die Ausdehnung der Lebenskraft. Und der Atem ist eher Mittel um Kontrolle über diese Lebenskraft zu gewinnen. Die verschiedenen Techniken des Atems verschaffen unseren Körper nicht nur mehr Energie, sondern helfen auch physische, emotionale und mentale Blockaden zu lösen.

Mudras sind bekannt als Handgesten, können aber auch mit dem Kopf, der Körperhaltung oder intern (so wie das schließen des Afters). Sie können die Stimmung, Wahrnehmung und Einstellung des Yogis beeinflussen und verbessern das Bewusstsein und die Konzentration. Das Ziel ist es das Individuum energetisch mit der universellen Kraft in Verbindung zu bringen.

Es gibt verschiedene andere Aspekte innerhalb der Tradition die dem Praktizierenden zu Moksha (Befreiung) verhelfen. Der Tradition zufolge ist eine Person befreit, wenn eine Person innerlichen Frieden verspürt und an nichts mehr anhaftet, nicht einmal ans Leben. Wenn man diesen Punkt der physischen, mentalen und energetischen Reinheit erreicht hat und man keine Pflichten mehr auf dieser Erde zu verfüllen hat, ist man dazu bereit den Zyklus der Reinkarnation zu beenden und kann man ins Nirvana treten. Im nächsten Abschnitt erkläre welche Rolle die Asanas spielen im erreichen dieses Stadiums.

Das Ziel der Asanas

Zuerst möchte ich dir Definition des Asana nahelegen:  „Shtiram sukham aasanam“. Dies könnte man übersetzen als eine Pose die komfortabel und einfach ist. Du wunderst dich bestimmt gerade wo denn das Stereotyp her kommt vom Yogi der wie eine Schlange in einer äußerst unangenehmen Position stundenlang sitzen kann. Und das ist auch gleich eines der Missverständnisse die ich gerne aus dem Weg räumen möchte.

Traditionell hält ein Yogi eine Asana solange wie er diese komfortabel ausführen kann. Dank seiner Hingabe und sein Körperbewusstsein wird sein Körper über die Jahre flexibler. Hierdurch wird er immer länger in einer Pose verharren können ohne dass es ihm unbequem wird.

Die Flexibilität erschafft man sich in dem man seinen Körper reinigt und vorbereitet. Deswegen ist es wichtig jede Yogastunde mit der Pawanmuktasana Serie zu starten. Dies ist eine Serie von subtilen Übungen die die Gelenke und Muskeln aufwärmen und vorbereiten auf die kommenden Asanas. Sie entfernen nicht nur Blockaden im Körper, sondern schützen dem Yogi auch vor Verletzungen. Diese Übungen sind äußerst wichtig für die Flexibilität und Sicherheit des Yogis, werden aber selten in modernen Yogaschulen praktiziert. Steife und verletzte Schüler die über ihre eigenen Grenzen gehen, werden wahrscheinlich nicht den Zustand erreichen in dem komfortabel meditieren können. Das ist nämlich wozu die Flexibilität gedacht ist. Nicht um andere zu beeindrucken, sondern um einen Körper zu haben der geschmeidig genug ist um stundenlang ungestört meditieren zu können.

Asanas bereiten den Körper übrigens nicht nur physisch vor, aber auch mental. Darum ist die Wahrnehmung des Körpers und des Atems so wichtig. Dieses Bewusstsein hilft nicht nur die Konzentration zu verbessern, sondern hilft auch Blockaden zu beseitigen. Mit einem klaren Geist und Prana was leicht durch den Körper fließt, fällt es einem nicht mehr schwer zu meditieren. Wenn der Yogi dann den Punkt erreicht hat in dem er komfortabel in der Meditationspose bleiben kann, gibt er oftmals die Asanas auf und widmet sich ganz der Meditation.

Ich würde unheimlich gerne noch viel mehr über Meditation und Moksha in diesem Post schreiben, da diese Konzepte auch oft falsch verstanden werden. Aber leider muss ich dazu selber erst noch vieles dazu lernen. Ich werde höchstwahrscheinlich einen neuen Post schreiben, wenn ich mein Wissen und Kenntnisse über diese wunderbare uralte Tradition vertieft habe. Hinterlasse ruhig ein Kommentar wenn du Fragen hast, etwas hinzufügen möchtest oder nicht mit mir einer Meinung bist. Namaste!

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