4 Lektionen eine Klage-freien Woche

Kürzlich habe ich mich selber dazu herausgefordert eine Woche lang nicht zu klagen. Von Natur aus klage ich nämlich ziemlich viel. Selten über große Dinge, sondern eher über die kleinen. Ich sehe nämlich deutlich wie Menschen ihre eigenen Blockaden kreieren indem sie übermäßig klagen. Sie verschwenden ihre Energie mit dem Klagen, aber nicht damit wirklich etwas zu unternehmen. Aus irgendeinem Grund dachte ich immer, dass mein Klagen weniger negative Auswirkungen hat, weil ich mich eher auf die kleinen Dinge beschränke. Aber dann fing ich an mich zu fragen, ob meine kleinen Wehwehchen sich nicht vielleicht aufhäufen und meine Lebensenergie nicht vielleicht doch blockieren.

Also, habe ich mich eine Woche lang auf Entzug gestellt. Für den Fall dass ich rückfällig werden würde habe ich eine Regel aufgesetzt: für alles worüber ich mich beklage muss ich etwas finden das mich zur gleichen Zeit auch dankbar macht. Z.B.: “Ich will jetzt wirklich nicht 30 Minuten zur Arbeit fahren mit dem Fahrrad. Und es regnet auch noch!” wird “Mein Körper wird sich bestimmt freuen über dieses Extra Training und die frische Luft. Außerdem habe ich sehr viel Glück in einem Land zu leben wo ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann. Nicht alle Länder sind flach genug und haben die Fahrradfreundliche Infrastruktur. Ooh und habe ich schon erwähnt wie toll es ist einen Körper zu haben der mich dazu ermöglicht auf dem Fahrrad zu fahren?” Ok, ich glaube es deutlich. Gehen wir weiter zu den Resultaten!

#1 Die Kraft der Intention

Es überraschte mich wie einfach es war nicht zu klagen. Waren plötzlich alle meine Gründe zum klagen verschwunden? Es hatte sich im Grunde genommen nichts geändert ausser einer kleinen Sache: Ich hatte mir einen Vorsatz genommen. Es war unglaublich zu sehen wie stark die Kraft der Intention war. Ich klagte automatisch weniger, nur weil ich die Absicht hatte es nicht zu tun. Was für ein toller Anfang!

# 2 Energiebesparend

Klagen verschwendet Energie. Sehr viel Energie sogar! Mir wurde erst bewusst wie viel Energie mich diese Angewohnheit kostete bis ich sie aufgab (was übrigens der Fall ist mit vielen unserer Angewohnheiten!). Jedes Mal wenn ich dazu neigte mich über etwas zu beklagen stellte ich mir selber die Frage: Kann ich jetzt im Moment etwas dagegen machen? Wenn die Antwort “nein” war dann akzeptierte ich die Situation einfach wie sie war.

Du könntest darüber nachdenken wie du die Situation in der Zukunft vermeiden kannst, aber sobald wie du die Antwort hast brauchst du nicht unnötig weiterzudenken. Kein “was wenn”-Denken in Situationen wo du die Zeit nicht mehr rückgängig machen kannst. Ohne diese Gedanken wirst du dich viel leichter und voller Energie fühlen.

# 3 Freude an der Dankbarkeit

Von dem Moment an wo ich in jeder Klage ein Stück Dankbarkeit suchte, fiel mir auf wieviel Spaß es eigentlich macht dankbar zu sein. In den letzten Jahren war ich grundsätzlich öfters dankbar für vieles in meinem Leben. Aber das bezog sich oft auf die großen und unerwarteten Ereignissen in meinem Leben. Ich habe mir nicht wirklich die Zeit genommen die kleinen Dinge im Leben zu würdigen. Ich froh, dass dieses Experiment mich dazu veranlasst hat den kleinen Dingen im Leben mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Meine Laune ist um einiges besser, vor allem an den Tagen wo ich sonst schlecht gelaunt wäre 😉

# 4 Dauerhafte Auswirkungen

Ich schreibe diesen Post ungefähr einen Monat nachdem ich mich herausgefordert habe. Sogar jetzt klage ich noch weniger! Nach der Woche hatte ich meine Herausforderung schon fast vergessen. Als ich mich daran erinnerte und ich wissen wollte was eigentlich die Auswirkungen waren, wurde mir bewusst dass ich mich jetzt grundsätzlich weniger beschwerte und ich automatisch nach mehr Gründe für die Dankbarkeit suchte.

Natürlich beklage ich mich immer noch ab und zu. Nach 30 Jahren diese Gewohnheit gepflegt zu haben ist es nicht einfach es 100% zur Seite zu legen. Aber ich bin auf den richtigen Trichter! Ausserdem werde ich mich jetzt nicht darüber beklagen, dass ich mich beklage. Stattdessen bin ich jetzt einfach dankbar dafür, dass es sich ein wenig gebessert hat 😉

Schreibe einen Kommentar