Ego oder höheres Selbst? Drei Hauptunterschiede

Wenn du Stimmen in deinem Kopf hörst brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Du bist nicht verrückt, wir hören alle diese Stimmen. Je besser und deutlicher du sie hören kannst, desto gesünder ist dein Geist wahrscheinlich sogar. Wir haben so viel verschiedenen interne Stimmen (das Ego, das höhere Selbst, das innere Kind, der innere Kritiker etc.) man könnte denken wir beherbergen ein ganzes Dorf in unserem Kopf. Wenn wir lernen einen Unterschied zu machen zwischen diesen Stimmen wissen wir wie wir mit ihnen umgehen müssen und bleiben wir bei Verstand. Aber dafür müssen wir den Stimmen natürlich erst Aufmerksamkeit schenken und ihnen zuhören.

Ich habe den Stimmen in de letzten Jahren aufmerksam gelauscht und bin zu ein paar Schlussfolgerungen gekommen die mir geholfen haben mit diesen chaotischen Dorfbewohnern umzugehen. Heute werde ich zwei von ihnen hervorheben: das Ego und das höhere Selbst.

Das Ego

Dieses Wort ist so negativ geladen, was meiner Ansicht nach aber nicht gerechtfertigt ist. Ich glaube nicht, dass das Ego nur schlecht ist. Es hilft uns unser tägliches Handeln zu organisieren. Im Grunde genommen hält es uns am Leben. Das ist die primäre Funktion des Egos: unser Überleben sicherstellen. Das ist doch sehr nett vom Ego, oder? Warum ist Ego denn so negativ belastet? Meiner Meinung nach gibt es drei Gründe dafür, die nicht unbedingt damit zu tun haben was das Ego ist, sondern eher wie das Ego funktioniert. Wenn wir die Arbeitsweise des Egos durchschauen wird es uns leichter fallen andere Entscheidungen zu treffen.

#1: Verbunden an die materialistische Welt

Das Ego ist dazu programmiert nach Logik zu handeln. Das Überleben ist eine verantungsvolle Aufgabe und sollte Ernst genommen werden. Das Ego kann es sich nicht leisten Fehler zu machen indem es unlogisch handelt.

Deswegen macht das Ego was es denkt kontrollieren zu können. Es nimmt ausschließlich Maßnahmen die Teil der materialistischen Welt sind. Das Ego braucht Nachweis in Zeit und Raum um sich zu gehen, dass es funktionieren wird. Höhere Energiesphären sind nicht realistisch oder tastbar und sind dementsprechend kein sicherer Pfad.

Ein Ego würde, zum Beispiel, nie in das Universum vertrauen, dass alles gut wird. Mitten in einer potenziell gefährlichen Situation entspannen? Das wäre ja Selbstmord! Das Ego würde lieber seine Energie daran verschwenden eine Taktik zu bedenken in der es die Situation kontrollieren kann. Leider sind Ego’s nicht gerade gut darin die Situationen zu unterscheiden in denen es Kontrolle ausüben kann und ich welchen nicht.

# 2: Getrennt von anderen

Unser Ego glaubt, dass es unabhängig ist von anderen Menschen. Es ist nur hilfreich und freundlich wenn es um sein Überleben bangt. Es wird dich wohl kaum überraschen, dass das Ego vor allem sehr nett ist zu Menschen die viel Macht haben. Immerhin sind das die Menschen die ihn umbringen könnten (oder ihm einen Job nicht geben könnten was ihn letztendlich umbringen würde).

Aber ist nicht imstande die energetische (unsichtbare & unkontrollierbare!) Verbindung zwischen uns Menschen zu sehen. Jemand anderem zu verletzen bedeutet zwangsläufig sich selber zu verletzten. Wenn wir jemanden anschreien weil wir wütend sind, denkt das Ego es würde das Szenario auf diese Art und Weise vor Wiederholung verhindern. Aber so funktioniert es nicht. Energetisch schicken wir sowohl uns selbst als auch dem anderen negative Vibrationen. Wir fühlen uns weiterhin schlecht, denken aber das hätte mit dem anderen zu tun.

#3: Überlebensmechanismus Angst

Seit der Existenz der Menschheit ist das Ego unser Überlebensmechanismus gewesen. Und leider ist Angst evolutionär gesehen die sicherste Strategie um zu überleben. Zu Urzeiten war es schlauer einfach loszurennen wenn man ein ungewohntes Geräusch hörte. Man hatte nicht den Luxus mal schnell zu überprüfen ob sich nun um eine Maus oder ein Säbelzahntiger hinter dem Busch handelt. Nur eine Sekunde länger verweilen konnte der Unterschied zwischen Leben und Tot sein. Das ist womöglich auch der Grund weshalb unsere entspannten Vorfahren nicht die Chance hatten ihre entspannten Gene an die nächsten Generationen weiterzuleiten. Grundsätzlich sind wir also programmiert um Angst zu haben, so haben wir überleben können.

Aber die Zeiten haben sich geändert und das Ego braucht einen Update. Ein entspanntes und vertrauensvolles Gemüt gleichen in der heutigen Zeit nicht Selbstmord. Im Gegenteil, es erhöht deine Erfahrungen in diesem Leben. Zum Glück sind wir auch alle mit einem höheren Selbst ausgestattet, welches uns sanft in die andere Richtung versucht zu ziehen.

Das höhere Selbst

Du hast bestimmt diese sanfte Stimme an einem bestimmten Punkt Mal gehört. Wir wünschten uns wir könnten es öfters hören, aber die Stimme unseres Egos übertönt es oft in seinen Panikattacken. Außerdem ist es manchmal auch schwierig zu wissen welche Stimme gerade redet. Das Ego kann sehr raffiniert sein und kann einen fast davon überzeugen, dass es die Stimme des höheren Selbst ist. Aber im Grunde genommen ist es nicht schwierig herauszubekommen was der Unterschied ist, da das höhere Selbst aus genau gegenteiligen Gründen motiviert wird.

# 1: Verbunden ans Universum

Das höhere Selbst handelt nicht nach Logik. Es weiß, dass es eine höhere Ordnung gibt die den Menschen unlogisch erscheint und unerklärlich ist. Es spürt die Vibrationen und Energien des Universums die es dazu auffordern zu vertrauen und sich überzugeben (Ich nenne es Universum, du kannst es jeden x-beliebigen anderen Namen geben). Sachen zu planen die außerhalb unserer Kontrolle sind ist Zeitverschwendung. Da das höhere Selbst mit der Macht des Universums verbunden ist, weiß es genau wann es handeln soll und wann es sich entspannen kann.

Aber bevor wir unsere innere Führung hören können müssen wir erst verbunden sein mit uns selbst. Es braucht Zeit und Zuwendung um wirklich loslassen zu können. Indem wir loslassen versichern wir, dass wir dem Universum nicht im Weg stehen uns zu helfen. Wenn wir zu viel Kontrolle behalten wollen geben wir dem Universum nicht die Chance uns zu überraschen. Und glaube mir, das Universum hat manchmal kann manchmal sehr kreativ sein. So kreativ könnten wir mit unserem logischen Verstand niemals sein.

#2: Wir sind alle eins

Da unser höheres Selbst mit den Energien des Universums verbunden ist, weiß es dass wir alle miteinander verbunden sind. Egal wie unlogisch es ist seine Zeit mit dem Wohlsein anderer zu verbringen (ohne etwas dafür zurück zu bekommen!), weiß es dass jedes bisschen positive Energie das man einem anderen schenkt automatisch wieder zu einem zurückkommt.

Das hat damit zu tun, dass unsere Emotionen auf direkte und energetische Weise von dem einen zum anderen übertragen werden. In dem Sinne teilen wir alle unseren Schmerz und unsere Freude; unseren Scham und unseren Stolz; unsere Liebe und unseren Hass. Energetisch gibt es keine Grenzen zwischen uns und anderen. Wenn wir uns also um einen anderen kümmern, kümmern wir uns auch um uns selbst. Das bedeutet auch, dass wir uns um andere kümmern, wenn wir uns um uns selbst kümmern.

#3: Wohlbefinden

Man könnte also sagen, dass unser höheres Selbst vielleicht die aktualisierte Version unseres veralteten Egos ist. Seine Hauptaufgabe ist nicht unser Überleben, sondern unser Wohlbefinden. Es stellt sicher, dass wir zu unseren Lebzeiten Energie, Freude und Liebe erfahren. Was macht es denn für einen Sinn zu überleben, wenn man ständig im Zustand innerlicher Verwirrung und Angst lebt?

Das höhere Selbst weiß, dass es nie einen Grund gibt Angst zu haben. Sogar die Angst vor dem Tod ist sinnlos, da der Tod wie wir ihn uns vorstellen nicht existiert. Wenn es einen Grund gibt Angst zu haben, dann davor, dass man sein Leben nicht in den vollsten Zügen genießt; man nicht genug liebt; man seine kostbare Zeit verschwendet.

Aber auch diese Ängste sind irrelevant für uns, wenn wir der Stimme unserer höheren Selbst lauschen. Nimm es dir nicht übel, wenn die Stimme anfangs noch sehr leise ist, das ist komplett normal. Bringe dich selber zur Ruhe, sei achtsam und fang an zu lauschen. Die Stimme wird automatisch lauter und deutlicher wenn du es mehr Aufmerksamkeit schenkst.

Der ultimative Wert des Lebens hängt von dem Bewusstsein und die Kraft der inneren Einkehr ab, nicht vom bloßen Überleben


– Aristoteles

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