Katja Laurien

Inspiration auf deiner spirituellen Reise

Traue Dich Nicht Gemocht Zu Werden

2. Februar 2020 • Katja Laurien

Wer möchte denn nicht gemocht werden? Das ist was uns menschlich macht, es ist ein Teil unseres Überlebensinstinkts. Wenn uns niemand mögen würde, würden wir gewiss eines kalten, einsamen Todes sterben. Dieser Drang gemocht zu werden ist so tief in uns verwurzelt, dass wir nichtmals bemerken inwiefern es unser Leben beeinflusst. Es ist ein so natürlicher Teil unseres Selbst, das nur wenige den Effekt dieses Instinkts anzweifeln würden.

Aber bringt uns dieser Drang eigentlich wirklich was? Klar, man könnte sagen, dass es unsere Überlebenschancen erhöht, aber hat es sonst noch einen Zweck? Wohl kaum. Dafür hat es aber ein paar Nachteile die ich dir gerne nahelegen möchte bevor du dein Leben weiter zu Diensten anderer lebst. Meines Erachtens nach ist der schlimmste Nachteil, dass es dich davon abhält frei zu sein. Indem wir ständig einen guten Eindruck auf andere hinterlassen möchten, halten wir uns oft davon ab so zu handeln wie wir selber gern möchten. Wir zwängen uns in ein soziales Korsett und können kaum mehr atmen.

Dies geschieht natürlich alles auf einer unterbewussten Ebene, weshalb wenige Menschen ihren Drang zur sozialen Zugehörigkeit als eine Barriere in ihrem Leben identifizieren würden. Im Gegenteil, die meisten würden diesen Drang eher loben, da es ihnen hilft nicht ganz von der Spur zu geraten. Wenn wir diesen Drang nicht hätten, würden wir nicht täglich Feinde machen? Wie würden wir einen Job finden? Wer würde uns beschützen? Wie könnten wir uns fortpflanzen? Niemand will doch ein Kind mit einem asozialen Außenseiter…

Diese Szenarien hören sich tatsächlich nicht sehr reizvoll an, aber wäre das andere Extrem etwa ansprechender? Von allen gemocht werden zu wollen kann uns nämlich in gleichermaßen unangenehme Situationen führen. Nicht etwa weil die Gesellschaft uns abweist, sondern weil wir uns selber abweisen. Wir weisen unser wahres Selbst ab und vertrauen darauf, dass die Wünsche anderer wertvoller sind als unsere. Diese Selbstabweisung hält uns davon ab wahrlich frei und glücklich sein, da wir im Grunde genommen nichts anderes sind als ein leere Marionette der Gesellschaft.

Wenn wir diese zwei Extreme betrachten dann sieht es danach aus als hätten wir ein Dilemma, oder? Mach dir keine Sorgen. Wir können uns trauen nicht gemocht zu werden und frei zu sein ohne uns Sorgen darüber zu machen sozial ausgestoßen zu werden. Die beiden Extremen machen nämlich oberflächlich Sinn, aber wir vergessen dabei zwei wichtige Aspekte:

  1. Gemocht werden zu wollen hat nicht unbedingt etwas mit Respekt und Liebe für andere zu tun, sonder mit der Angst um unser eigenes Überleben. Im Grunde genommen ist es ein egoistischer Akt der hauptsächlich unserem Überleben dient. Das bedeutet, dass unser sozial erwünschtes Verhalten nicht unbedingt das Beste ist für die ganze Gruppe und es dementsprechend keine Garantie gibt das unser Verhalten wirklich allen dient.
  2. Wir wollen inherent nicht nur überleben, wir sind in unserer Essenz auch gute Menschen. Genauso wie wir alle überleben möchten, möchten wir auch alle gut sein. Und sind wir das auch. Wir brauchen nicht zu befürchten, dass unser Innerer Teufel die Überhand nimmt, wenn wir uns gestatten auch mal nicht gemocht zu werden.

Wenn wir diese beiden Aspekte betrachten, müssen wir uns eingestehen, dass gemocht werden zu wollen nun wirklich nicht unser Überleben garantiert, da es ja nicht hervorkommt aus wahrer Liebe für andere. Berechnend zu handeln versichert nicht die besten Lösungen, sondern eher das Gegenteil. Wir brauchen auch keine Angst zu haben, dass wir anderen Schaden hinzufügen wenn wir nicht unbedingt einen guten Eindruck auf sie hinterlassen möchten. Unsere angeborene Güte wird uns davon abhalten.

Warum ist denn so schwierig für manche um sich von diesem Drang zu lösen gemocht zu werden? Weil wir uns selber nicht wirklich mögen. Letzten Monat habe ich einen Post geschrieben über Selbstliebe, weil es meiner Meinung nach wirklich ein wichtiges Thema ist welches uns fast alle im täglichen Leben betrifft. Wir lieben uns selbst nicht genug um unsere angeborene Güte zu erkennen. Es fühlt sich sicherer an unser negatives Verhalten hervorzuheben. Das ist natürlich Teil unseres Überlebensinstinkts. Wenn wir spüren, dass andere uns nicht mögen, läuten direkt unsere Alarmglocken. Entweder verurteilen wir den anderen für sein Verhalten, damit wir nicht so schlecht dastehen oder wir verurteilen uns selbst, in der Hoffnung dieses Verhalten nie wieder an den Tag zu legen. Wie auch immer, es ist schwierig uns selbst zu lieben, wenn wir über uns selbst und über andere urteilen. Über andere und sich selbst zu urteilen fühlt sich grundsätzlich falsch an und gibt uns ein schlechtes Gefühl über uns selbst.

Wenn wir doch nur sehen könnten, dass unser Drang gemocht zu werden sogar ein Auslöser kann sein für unser Fehlverhalten. Es ist nämlich interessanterweise unser Drang um gemocht zu werden, und also unsere Angst nicht zu überleben, was uns dazu führt uns falsch zu verhalten. Wenn wir diese Angst loslassen könnten und das Leben so akzeptieren könnten wie es ist, wären wir um einiges entspannter. Wir würden nicht mehr dazu neigen uns selbst verteidigen zu müssen und wären dementsprechend viel freundlicher. Wir würden uns nett verhalten nicht etwa aus Angst vor den Konsequenzen wenn wir es nicht tun, sondern weil wir es wollen und es in unserer Natur liegt. Hier ein paar Beispiele die demonstrieren wie unser Drang gemocht zu werden zu Fehlverhalten führen kann:

  • Wir weisen Menschen ab die uns abweisen. Statt einfach zu akzeptieren, dass jemand einen Teil von uns nicht mag, attackieren wir denjenigen und versuchen ihm auch Schaden zuzufügen.
  • Wir trauen uns nicht anderen die Wahrheit zu sagen, auch wenn es liebevoller wäre dem anderen und uns selbst gegenüber das zu tun. Wir trauen uns nicht unsere Wahrheit zu leben - und leben anderen “zuliebe” lieber eine Lüge.
  • Aus Angst vor Zurückweisung, trauen wir uns nicht das zu tun was wir wirklich wollen und versäumen es unser vollstes Potenzial zu entwickeln. Damit verstecken wir nicht nur das Beste in uns selbst vor der ganzen Welt, wir nehmen es der ganzen Welt auch noch übel, dass wir unser wahres Gesicht nicht zeigen können.
  • Wir kaufen Telephone, Klamotten und Häuser die wir nicht wirklich wollen oder brauchen, nur um andere zu imponieren. Stattdessen könnten wir das Geld benutzen für Sachen oder Aktivitäten die uns wirklich glücklich machen.

Ich könnte eine ganze Weile weitermachen mit dieser Liste, aber ich glaube, dass ich meinen Punkt deutlich gemacht habe. Vielleicht bist du jetzt überzeugt davon, dass gemocht zu werden nicht unbedingt die beste Überlebensstrategie ist, aber wie wirst du diesen fest verankerten Instinkt los?

Meiner Meinung nach ist es das Wichtigste zu erkennen, dass wir wertvoll und gut sind. Und dafür brauchst du eine gute Portion Selbstliebe. In meinem Post über Selbstliebe teile ich ein paar Arten und Weisen mehr Selbstliebe zu erfahren. Wir müssen uns selbst lieben damit wir die Anerkennung von uns selbst kriegen und nicht mehr abhängig sind von der Anerkennung anderer. Wie schon gesagt, wirst du um einiges entspannter sein, wenn du dich nicht mehr auf das Urteil anderer verlassen musst.

Sobald du anfängst im Einklang mit deinem wahren Selbst zu leben, unabhängig davon was andere wollen, wirst du höchstwahrscheinlich merken, dass andere dich mehr mögen und mehr schätzen. Sie werden merken, dass du angetrieben wirst von der Güte in dir und nicht von der Angst vor Abweisung. Außerdem werden sie sich auch entspannter fühlen in deiner Anwesenheit, da dein Glück ja nicht mehr von ihnen abhängig ist. Wenn du das Risiko eingehst nicht gemocht zu werden, wirst du letztendlich nicht nur mehr Freiheit erfahren, sondern wirst paradoxerweise auch noch mehr gemocht. Was hält dich noch zurück? Traue dich nicht gemocht zu werden und fange stattdessen an dich selbst zu mögen!