Katja Laurien

Inspiration auf deiner spirituellen Reise

Löse Liebesblockaden & Lerne Liebe zu Empfangen

6. Dezember 2020 • Katja Laurien

Jeder einzelne Mensch ist auf der Suche nach Liebe, bewusst oder unbewusst. Manche verstecken ihr Verlangen unter einer dicken Schicht von Angst und Unsicherheit, aber tief in unserem Inneren wissen wir alle, dass wir uns danach sehnen Liebe zu erfahren und zu teilen. Es ist in unsere DNA eingeprägt, dem wir nicht einfach entkommen können . Leider haben die meisten von uns schlechte Erfahrungen gemacht im Namen der “Liebe” wodurch wir einen Widerstand entwickelt haben gegen diese wunderschöne Erfahrung. Manche schaffen es den Wunsch für ein paar Monate oder sogar Jahre zu unterdrücken oder projizieren ihre Liebe auf ihre Kinder oder ein Haustier. Ich sage nicht, dass etwas mit dieser Herangehensweise nicht in Ordnung wäre, aber die meisten Menschen verspüren trotz allem diese innerliche Leere, egal wie sehr sie versuchen Liebe zu kreieren. Warum ist es so schwierig für uns um Liebe zu finden? Meiner Meinung nach liegt das daran, dass wir versuchen Liebe “einzufangen” statt es einfach zu erlauben in unser Leben einzutreten.

“Deine Aufgabe besteht nicht darin nach Liebe zu suchen, sondern nur darin, alle Barrieren in dir zu suchen und zu finden, die du gegen die Liebe errichtet hast.”

- Rumi

Besser kann man es eigentlich nicht sagen. Das Ziel ist es diese Barrieren zu durchbrechen, die uns davon abhalten Liebe zu empfangen. Der Grund weshalb wir Angst haben vor der Liebe, ist nicht der Liebe wegen, sondern wegen den Obstakel die wir kreiert haben. Was wir als Liebe erfahren ist nicht unbedingt Liebe und tief im Inneren wissen wir das auch, weshalb wir weiterhin nach der Erfahrung verlangen. Das Problem entsteht wenn wir erwarten, dass die Lösung von Außen auf uns zukommt (einfach einen besseren, rücksichtsvolleren, liebevolleren etc. Partner zu treffen), statt die Lösung in uns selbst zu suchen. Ich meine damit nicht, dass du dich als Mensch verändern musst oder dass du ein besserer Mensch werden solltest. Nein, alles was du machen solltest, ist einfach einen ehrlichen Blick auf deine inneren Blockaden werfen. Die Blockaden haben nichts mit deiner Persönlichkeit zu tun, aber sie beeinflussen dein Verhalten, was wiederum deine Chancen beeinflusst Liebe zu empfangen. Wir denken vielleicht, dass wir einfach nicht die richtige Person getroffen haben (wenn wir überhaupt jemanden treffen), aber da wir vibrationale Wesen sind, ziehen wir immer das an was in uns vibriert. Was wir in unserer Außenwelt erfahren, ist eine Reflektion von dem was in uns drin abläuft. Bedeutet das, dass Menschen mit einer puren und liebevollen Seele kein Leid erfahren? Nein, auch sie werden schwierige Momente erleben, werden diese Erfahrungen aber eher als Lektionen betrachten.

Also, wenn du dich in einer Situation befindest wo du wirklich Liebe erfahren willst oder du dich einsam und leer fühlst, dann möchte ich dir gerne ein paar weit verbreitete Liebes-Barrieren zeigen, die eigentlich immer auf falsche Glaubenssätze basieren. Wenn wir keine negative Glaubenssätze über die Liebe hätten, dann würden wir sie genauso sehen können wie sie wirklich ist und würde wir sie ohne Zweifel empfangen können und würde die Leere augenblicklich verschwinden.

Falscher Glaubenssatz #1: Liebe ist Schmerzhaft & Schmerz ist Schlecht

Dies ist wahrscheinlich der bekannteste Grund für Menschen um entweder Single zu bleiben oder sich nur oberflächlich zu binden. Wir kennen wahrscheinlich alle jemanden (oder sind diese Person selber), der angeblich “nicht bereit” ist für eine Beziehung oder regelrecht keine möchte. Es ist natürlich kein Problem einfach ein glücklicher Single zu sein, aber wenn Leute sich aktiv gegen jegliche Form der Liebe wehren, kommt mir das ein wenig suspekt vor. Vielleicht habe ich diese Worte selber zu oft geäußert und weiß ich mittlerweile, dass diese Aussagen nicht aus meinem Herzen kamen.

Macht es denn Sinn wenn Leute ganz bewusst keine Liebe erfahren wollen? Natürlich nicht und deswegen sagen die Leute das oft nur weil sie einen falschen Glaubenssatz bezüglich der Liebe haben. Wenn wir denken, dass Liebe schmerzhaft ist, fühlen wir uns verletzlich und schutzlos beim Gedanken unser Herz zu öffnen. Liebe auf Abstand zu halten und eine Sicherheitsmauer um unser Herz herum zu bauen, gibt uns den Eindruck dem Schmerz entkommen zu können. Manche wählen dieses Schutzschild ganz bewusst indem sie behaupten sie wären glücklicher alleine und dass eine “Freundschaft Plus” doch viel unkomplizierte wäre als eine Beziehung. In manchen Fällen jedoch (wie bei mir der Fall war), ist dieser Schutzmechanismus viel unterbewusster. Ich dachte immer, ich wäre offen für die Liebe (meistens jedenfalls) und dass ich offen dafür war jemanden kennenzulernen. Die Tatsache, dass ich selten jemand traf und ich den Großteil meines bisherigen Lebens Single gewesen bin, war meiner Meinung nach nur darauf zurückzuführen, dass ich als Single ganz glücklich war und ich niemanden “brauchte”. Bis zu einem gewissen Grad stimmte das ja auch, aber als ich mich selber etwas näher betrachtete, wurde mir bewusst, dass das zum Teil Selbstsabotage war, die mich davor schützte eine Beziehung einzugehen die potentiell schmerzhaft sein konnte.

Zu allererst fiel mir auf, dass ich 99.9% aller Männer die ich traf direkt als Freunde betrachtete. Immerhin sind Freunde weniger gefährlich als Partner, oder? Ich komme mit Männern ziemlich gut zurecht und möchte auch sicherlich nicht meine männlichen Freunde verlieren, aber irgendwann merkte ich einfach wie ich jeden potentiellen tollen Typen als Freund betrachtete und das ich eine Romanze nicht Mal in Erwägung zog. Wie sehr ich mich auch in einen “netten Typen” verlieben wollte, irgendwie zog es mich immer wieder zu den “bad guys”. Anscheinend stimmten aber meine Schwingungen nun Mal mit diesen Männern überein und letztendlich bin auch ganz dankbar für die vielen Lektionen die ich gelernt habe. Das diese Lektionen erfolgreich waren, konnte ich daran erkennen, dass mein letzter Partner zur Abwechslung mal ein netter Kerl war.

Neben der Tatsache, dass ich Männer sofort als Freunde betrachtete, wurde mir bewusst, dass ich mir die Männer oftmals nicht Mal anschaute. Ich habe mich immer gefragt wo alle meine Freunde diese “süßen Typen” sahen, ich sah immer nur eine graue Menschenmasse, nur hin und wieder eine hübsche Frau. Unterbewusst hatte ich anscheinend so eine Angst mich zu verlieben (was ja weh tun konnte), dass ich mir die potentiellen Partner nichtmals angucken wollte und eine mögliche Romanze direkt blockierte.

Wie können wir nun mit dieser Mauer um unsere Herzen umgehen? Wie können wir anfangen ohne Furcht Menschen in unser Leben eintreten zu lassen? Zuallererst müssen wir uns dessen bewusst sein, dass in Wirklichkeit wir selber die einigen Menschen sind die uns Schmerzen zufügen können. Wir bestimmen ob etwas uns schmerzt oder nicht. Und damit meine ich nicht, dass du deine Gefühle kontrollieren kannst und dass du bestimmen kannst, dass etwas dir nicht mehr weh tut. Ich meine damit, dass es deine Wahl ist wie du mit dem Schmerz umgehst. Wenn wir unseren Schmerz als Heilmittel einsetzen können, dann verringern wir die Chance wegen derselben Angelegenheit wieder verletzt zu werden. Zu wissen, dass jeder Schmerz den wir spüren eine Reflektion eines Teils in uns ist, dass geheilt werden möchte, macht es viel einfacher unseren Schmerz akzeptieren zu können. Letztendlich, kann die Liebe schmerzhaft sein, aber wer sagt, dass wir diesen Schmerz um jeden Preis vermeiden sollten?

Indem wir uns also dazu entscheiden von unserem Schmerz zu lernen, nehmen wir nicht nur die aktive Entscheidung um zukünftigen Schmerz zu reduzieren, wir geben uns selber auch die Chance um wieder “ganz” zu werden. Es ist als ob wir mit jedem Schmerz den wir heilen, das Puzzle unseres Selbst langsam vervollständigen. Ja, dein Herz zu öffnen bedeutet, dass du wahrscheinlich verletzt wirst, aber dein Herz hinter einer Schutzmauer aufzubewahren garantiert, dass es ins verwelkt und niemals aufblüht…

Falscher Glaubenssatz #2: Ich bin der Liebe Nicht Wert

Auch dieser Glaubenssatz kommt mir nicht unbekannt vor. Es war genau der Grund weshalb ich immer wieder die “bad guys” anzog und ich die “good guys” praktisch ignorierte. Obwohl mir ziemlich schnell klar wurde was hinter meiner interessanten Männerwahl steckte und ich endlich den Grund und den Mechanismus dahinter begriff, dauerte es trotzdem noch mehrere Jahre bis ich endlich jemand anzog der mich behandelte wie ich behandelt werden wollte. Und als es dann endlich soweit war, merkte ich dass es mir schon fast unangenehm war.

Als Kind war ich es nämlich immer gewohnt um an zweiter Stelle zu stehen. Meine Eltern gaben mir zwar Liebe und Aufmerksamkeit, aber ich hatte selten das Gefühl, dass ich für sie eine Priorität war und habe mich selten “speziell” gefühlt. Jetzt als Erwachsene sehe ich natürlich wieviel Mühe meine Eltern sich gegeben haben um mich zu einem glücklichen und gesunden Menschen heranzuziehen (und das ist ihnen gut gelungen!), aber mein verletzliches Kinderherz hat ihre Bemühungen nicht immer verstanden. Alles was ich wahrnehmen konnte, war dass meine Mutter ihre Partner vorzog und mein Vater seine Arbeit. Auf einer gewissen Weise war ich es also gewohnt nur dann Liebe zu empfangen wenn es meinen Eltern gerade passte. Es war also keinen große Überraschung, dass ich meistens Partner anzog die mich war liebten, aber oftmals eine andere Priorität zu haben schienen.

Ich sage damit nicht, dass du immer die Hauptpriorität deines Partners sein solltest, aber wenn du immer wieder die zweite Wahl bist, dann könnte da etwas im Busch sein. Auch könnte sich die Art und Weise wie dein Gefühl der Wertlosigkeit sich in deinen Beziehungen äußert anders sein als bei mir. Vielleicht ziehst du jemanden an der dich nicht unterstützt, der deine Gefühle nicht ernst nimmt oder der dich sogar emotional, verbal oder körperlich misshandelt. Nochmals, du solltest jetzt nicht auf der Suche gehen nach einem “perfekten” Partner (was unmöglich ist), aber sei dir einfach der Muster in deinen Beziehungen bewusst. Die Macht um diese Muster zu durchbrechen liegt nämlich in deiner Hand. Deine Partner signalisieren dir unterbewusst nämlich nur deine eigene Probleme mit deinem Selbstwertgefühl. Danke ihnen innerlich dafür, dass sie dir zeigen wo du noch an deiner Selbstliebe arbeiten kannst. Je nach Situation, könnte dies bedeuten, dass du entweder deinen Partner verlässt, klare Grenzen stellst oder dich loslöst von selbstkreierten Illusionen.

Solltest du dich dafür entscheiden, dass du neue Grenzen stellen willst, sei dir bewusst, dass du diese nur aufrecht erhalten kannst, wenn du dich selber auch innerhalb dieser Grenzen behandelst. Fange an dich selber so zu behandeln wie du auch gerne von anderen behandelt werden möchtest. Oftmals wenn wir uns wertlos vorkommen, fühlen wir uns im Stich gelassen, aber wir merken nichtmals wie wir uns selber auf so viele Arten und Weisen vernachlässigen, in dem wir z.B. nicht gut für uns selbst sorgen, wir uns selber die Schuld für alles geben und wir es akzeptieren falsch behandelt zu werden.

Mache dir auch bewusst was du wirklich in einer Beziehung möchtest und gebe dich nicht mit weniger zufrieden. Vielleicht hilft es dir eine Liste zu machen von dem was du auf keinen Fall akzeptieren möchtest und eventuelle Warnsignale und halte dich an dieser Liste. Wenn wir uns mit weniger zufrieden geben, haben wir oft Angst, dass wir entweder zu viel verlangen (was fortkommt aus unserem Gefühl der Wertlosigkeit) oder wir haben Angst, dass es keine bessere Person gibt. Sei dir aber im Klaren, dass du immer die Person anziehst der mit dir auf eine Ebene schwingt. Wenn du also immer noch suboptimale Menschen anziehst, dann ist das nur eine Erinnerung daran, dass es anscheinend noch ein paar Barrieren gibt die dich davon abhalten die optimale Person in dein Leben eintreten zu lassen. Passe nur auf, dass du diese Strategie nicht plötzlich anwendest um eine Mauer um dein Herz zu bauen, indem du jede Person den Zugang in dein Leben verweigerst. Denk daran, dass du nicht auf der Suche bist nach einer makellosen Person, sondern jemanden mit dem lernen und wachsen kannst und das beinhaltet unweigerlich immer ein wenig Schmerz.

Falscher Glaubenssatz #3: Die Liebe ist ein Gefängnis

Obwohl alle auf der Suche sind nach Liebe, gibt es immer mehr Menschen die sich vor einer festen Bindung fürchten. Ein Grund dafür ist die Angst verletzt zu werden, ein anderer Grund kann aber auch sein, dass wir Angst haben unsere Freiheit zu verlieren (was auch sehr schmerzhaft sein kann). Meiner Meinung nach stammt dieser falsche Glaubenssatz aus der Tatsache, dass Eltern (oder andere Elternfiguren/Erwachsene) oftmals Liebesentzug als Erziehungsmaßnahme einsetzen. Als Kind haben wir vielleicht das Gefühl gehabt, dass wir nicht wirklich uns selbst sein konnten, da wir so abhängig von der Liebe unserer Eltern waren. Wir mussten wählen zwischen deren Liebe und den Ausdruck unseres wahren Selbst. Dieser Balanceakt gibt uns später im Leben das Gefühl, dass die Liebe einengend sein kann. Wenn wir diese bedingte Liebe gewohnt sind, ist es also auch kein Wunder, dass wir lieber gar keine Beziehung haben.

Es gibt auch andere Arten und Weisen wie die elterliche Liebe sich eher als eine Kette um unser Fußgelenk anfühlt und ein gefühl der Schwäche und Abhängigkeit in uns löst. Wie ich schon erwähnte, kam es mir als Kind vor als ob meine Eltern immer eine andere Priorität hatten. Jedes Mal wenn ich wirklich ihre Liebe und Aufmerksamkeit brauchte und sie mich abwiesen, fühlte ich mich machtlos. Ich hasste es, dass ich ihre Aufmerksamkeit so verzweifelt haben wollte, ich aber keinen Einfluss darauf hatte. Je mehr ich um ihre Aufmerksamkeit fragte, umso genervter wurden sie und desto mehr wiesen sie mich zurück. Dieses Gefühl der Einsamkeit und Abweisung wurde so unerträglich, dass meine einzige Lösung war ihre Liebe nicht mehr haben zu wollen. Ich begann ein Selbstbild aufzubauen in dem ich stark und unabhängig war und ich die Aufmerksamkeit meiner Eltern nie brauchte. Logischerweise konnte ich das nur erzielen in dem ich mein Herz verschloss und ich mir nicht erlaubte meinen tiefen Wunsch nach Liebe und Verbindung zu spüren.

Wie schon erwähnt, nutzte ich diese Strategie in dem ich niemand wirklich in mein Herz ließ. Das funktionierte immer relativ gut, bis dann doch irgendjemand es schaffte die Mauer zu durchbrechen und die ganze Konstruktion schlussendlich kollabierte. Ich machte genau alles was ich nicht machen wollte und wurde emotional immer sehr abhängig von meinen Partnern. Mit all meiner Macht probierte ich dann diese Mauer um mein Herzen wieder herzustellen und steckte all meine Energie darin mich selber zu beschützen, statt mich selber oder meinen Partner wirklich zu lieben. Auf diese Art und Weise wurde die Liebe langsam zu einem selbstgemachten Gefängnis, in dem ich mich selber immer wieder ins Gefängnis verwies.

Was es so schwierig machte dieses Muster loszulassen, war die Tatsache, dass ich zwei Sachen akzeptieren musste die gegensätzlich zu sein schienen. Erstens musste ich wirklich an meinem Selbstwertgefühl und der Verbindung zu mir selbst arbeiten. Nur indem ich mich in mir selbst komplett und ganz fühlte, konnte ich aufhören mich so abhängig zu machn von der Liebe anderer und vor allem von denen die nicht imstande waren mir das zu geben. Vielleicht waren meine Partner ja fähig mir das zu geben, fühlten sich aber gehemmt wegen dem (energetischen) Druck die ich auf sie ausübte. Wie auch immer, die Liebe von einer bestimmten Person zu erwarten ist niemals eine gute Idee. Du musst dir deiner Selbst sicher genug sein um zu wissen, dass der Rückzug deines Partners nichts mit deinem Wert zu tun hat und dass jeder das Recht hat sich zurückzuziehen. Auf der anderen Seite, hast du auch immer die Freiheit eine Beziehung zu beenden, wenn es mit einer bestimmten Person nicht funktioniert. Wir kreieren oftmals unser eigenes Gefängnis indem wir in einer dysfunktionalen Beziehung bleiben und darauf hoffen, dass ein Wunder geschieht.

Aber zur gleichen Zeit musste ich auch den furchterregenden Schritt machen und mir selber erlauben von einem anderen abhängig zu sein. Wegen der vielen Abweisungen in meiner Kindheit, fing ich an mich zu schämen für meine emotionale Bedürfnisse. Jetzt musste ich mir selber das Recht geben Liebe und Aufmerksamkeit zu wünschen. Es ist ein komplett menschliches Bedürfnis und wir haben alle das Recht dazu. Und damit meine ich nicht, dass dein Glück von der Liebe eines anderen abhängen soll, sondern dass du dir einfach erlauben kannst diese Liebe und Aufmerksamkeit zu genießen. Dies bedeutet aber auch, dass du verletzlich sein musst. Es ist okay, wenn du dich schlecht fühlst, weil du die Liebe eines anderen nicht kriegst wonach du dich so sehr sehnst. Das ist aber lediglich eine Einladung um dir selber umso mehr Aufmerksamkeit zu geben. Halte einfach Ausschau nach bestimmten Muster und erkenne deine eigenen Grenzen. Wirst du immer wieder vernachlässigt oder abgestoßen? Oder passiert es nur gelegentlich und sorgt deine Unsicherheit dafür, dass du überreagierst?

Wir werden alle ein bestimmtes Maß an Schmerz innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen akzeptieren müssen. Wir können einfach nicht 100% selbstständig und unabhängig von anderen Menschen sein. Unser Herz also abzuschließen und niemanden Zugang zu gewähren, der eventuell negative Gefühle auslösen könnte, ist also keine Option. Wir müssen uns realisieren, dass wir lediglich unser eigenes Gefängnis errichten indem wir vor der Liebe wegrennen damit wir nicht im “Gefängnis der Abhängigkeit” geraten. Damit schließen wir uns nur ein in unser eigenes geschlossenes Herz. Vielleicht verringern wir die Chance damit in der Liebe verletzt zu werden, aber wir halten damit auch nicht die Option offen um die wahre Schönheit der Liebe erfahren zu können, die uns nicht nur erlaubt um einen tiefere Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen, aber auch zu uns selbst.

Falscher Glaubenssatz #4: Ohne Partner Bin Ich Unvollständig

Bisher hab ich mich vor allem beschäftigt mit den Glaubenssätzen die eine negative Konnotation mit der Liebe haben. Aber was wenn wir denken, dass wir eigentlich sehr positiv denken über die Liebe? Wenn wir sogar so überzeugt sind von der Liebe, dass wir denken wir wären unvollständig ohne einen Partner? Sollte das de Tür zu unserem Herzen nicht öffnen? Leider nicht. Nur weil wir die Liebe wollen, beziehungsweise sie brauchen, bedeutet das nicht, dass wir sie empfangen können. Im letzten Abschnitt habe ich ja schon beschrieben, dass wir eine gesunde Balance brauche in der wir uns gestatten abhängig zu sein und zur gleichen Zeit eine gesunde Unabhängigkeit bewahren. Wenn wir sagen, dass wir die Liebe (also einen Partner) brauchen um glücklich zu sein, sind wir nicht mehr unabhängig.

Versuche zu verstehen weshalb du so dringend eine Beziehung willst? Fühlst du dich einsam? Denkst du ein Partner würde deinen Wert als Mensch erhöhen? Denkst du andere auf dich herabschauen wenn du Single bist? Denk dran, dass wir die Liebe nicht empfangen können, wenn wir versuchen sie zu “greifen” oder zu “fangen”. Es kann nur aus sich selbst heraus kommen und unsere einzige Aufgabe ist es die Hindernisse zu entfernen.

Um die Hindernisse in diesem Fall zu bewältigen, ist es hilfreich zu verstehen, dass das Universum immer zu deinem Gunsten funktioniert. Wenn du also unbedingt eine Beziehung haben möchtest, aber du hast keine, dann ist eine Beziehung wahrscheinlich nicht was du im Moment brauchst. Vielleicht hält eine Beziehung dich davon ab eine gesunde Verbindung zu dir selbst aufzubauen und solltest du erst an diesem Teil an dir arbeiten der sich einsam und wertlos fühlt. Es ist nämlich deine Aufgabe dich ganz zu fühlen und deinen Wert zu entdecken. Diese Aufgabe kannst du nicht einfach einem Partner überlassen. Oftmals ist dies aber der Fall, wenn wir um jeden Preis eine Beziehung haben wollen. Also, statt deine Energie zu verschwenden an Single-Parties und Datingsites (die dich wahrscheinlich eher frustrieren und wütend machen), könntest du deine Zeit auch an Aktivitäten wie Meditation, Tagebuch schreiben oder eine andere Form der Selbstfürsorge widmen. Du kannst immer wieder zurückkehren zu deinen Datingsites wenn du das Gefühl hast, dass dir das Freude bringt statt Frustration und Enttäuschung.

Dies sind nur ein paar Beispiele von falschen Glaubenssätzen die unsere innerlichen Barrieren zur Liebe aufrecht erhalten. Obwohl viele Blockaden weit verbreitet sind, sind wir trotzdem alle einzigartig und haben wir alle andere Erfahrungen die uns zu diesen Blockaden führen. Dein “Ziel” sollte es also sein, dich so gut wie möglich mit dir selbst zu verbinden um diese innerlichen Blockaden zu enträtseln, was dich allmählich näher an die Erfahrung der Liebe bringen wird.

Bedeutet das, dass du sofort einen Partner finden wirst sobald du die ersten Blockaden gelöst hast? Nicht unbedingt. Aber das gute daran, dass du lernst Liebe zu empfangen, ist dass du Liebe aus jeglichen Quellen empfangen kannst und nicht nur von einem Partner. Plötzlich wirst du aufrichtige Liebe empfangen von deinen Freunden, von einem Haustier, vielleicht sogar einen wildfremden, aber am meisten noch von dir selbst. Glaub mir, irgendwann kommst du an einen Punkt wo du feststellst, dass sich in deinem Inneren eine Liebesgeschichte entwickelt. Diese innerliche Romanze kann tilweise genauso dramatisch seine wie eine Beziehung mit einem anderen Menschen, aber die Wiedergutmachungen halten viel länger und sind unheimlich befriedigend. Und falls du trotzdem noch gerne eine Person finden würdest mit dem du diesen Überschuss an Liebe teilen kannst, dann heitern dich vielleicht diese Worte vom chinesischen Philosophen Laotse auf:

“Die Leute scheitern gewöhnlich kurz vor dem Erfolg. Widme also dem Ende so viel Sorge wie dem Anfang, dann gibt es kein Scheitern.”

- Laotse

In anderen Worten: Bleibe am Ball und fahre fort mit dem Lösen deiner Blockaden. Solange wie du lediglich diese romantische Beziehung “ergreifen” möchtest, hältst du weiterhin fest an einer Liebes-blockade. Der Prozess sollte deine Priorität sein und genieße einfach das Loslassen jeder einzelnen Blockade und die Veränderung deiner Inneren Welt, egal ob du diese Veränderungen auch in der äußerlichen Welt beobachten kannst.