Katja Laurien

Inspiration auf deiner spirituellen Reise

Inspiration zum Inspirierten Handeln

3. Oktober 2021 • Katja Laurien

Anstrengung und Mühe haben einen schlechten Ruf in der spirituellen Welt. Es wird assoziiert mit Stress, Widerstand und Handlungen die nicht im Einklang mit dem Höheren Selbst sind. Auf dem spirituellen Pfad versuchen wir vor allem aus Leichtigkeit, Führung und Akzeptanz heraus zu agieren. Obwohl das tatsächlich erstrebenswert ist, ist mir aufgefallen, dass wir die Tendenz haben zu vergessen, dass wir unser Ego mit uns auf den Weg genommen haben und dass dieser dazu neigt die spirituellen Konzepte in sein Vorteil zu drehen.

Und das tut es auch mit dem Konzept des mühelosen Handelns. Wir haben uns eingeredet, dass wenn die Dinge nicht mühelos passieren und wenn sich etwas nicht direkt gut anfühlt, dass es dann ein Zeichen ist, dass das nicht unser Weg ist und wir dem den Rücken zudrehen sollten. In manchen Fällen mag das auch richtig sein, aber meistens ist es eigentlich unser spirituelles Ego welches versucht wegzurennen vor einer wichtigen Lektion die wir lernen sollten.

Wenn wir wissen möchten ob unser Zweifel zum Handeln eine Eingebung von unserem Höhere Selbst oder vom Ego ist, ist es hilfreich zu schauen ob in uns auch Zweifel oder Verwirrung herrscht. Solange wie ein Teil von uns Handeln möchte und der andere Teil wegrennen möchte, gibt es eine große Chance, dass dies die Arbeit unseres Egos ist.

Spirituelles Wachstum kann angsteinflößend und schmerzhaft sein. Es beinhaltet Veränderung und das Ego verabscheut Veränderung. Darum wird es alles in seiner Macht tun um uns vor Veränderung abzuhalten. Diese Selbstsabotage kann viele Formen annehmen, irgendwo zwischen Gleichgültigkeit über etwas wovon wir wissen, dass es uns eigentlich am Herzen liegt und fürchterliche Angst vor etwas, dass wir lange haben wollten, aber eine Panikattacke in uns auslöst wenn es zum greifen nahe ist. Die Gefühle in diesen Situation können sehr intensiv sein (sogar die Gleichgültigkeit kann uns ziemlich runterziehen), wodurch unser Ego uns davon überzeugt, dass es sich nicht gut anfühlt unser Ziel zu verfolgen und wir also besser den Status Quo erhalten können.

Wir realisieren uns in diesen Situationen nicht, dass unsere Reaktion eigentlich viel über uns preisgibt und weglaufen gerade jetzt eine schlechte Idee ist. Vor allem wenn es etwas betrifft was uns eigentlich am Herzen liegt - eine Beziehung, ein Job, eine Chance. Die Tatsache, dass wir uns selbst widersprechen sollte unser Interesse wecken. Statt unseren Wunsch zu verwerfen, in der Hoffnung dass eines Tages diese Beziehung, Job oder Chance magisch und in Leichtigkeit in unseren Schoß fällt, ist es gerade jetzt Zeit zum Handeln.

Jedoch sollten wir nicht handeln wie wir es traditionell gewohnt sind. Jetzt sollten wir nicht all unsere Energie an unser Ziel verschwenden, sondern stattdessen unsere Energie richten auf die Blockaden die uns davon abhalten unser Ziel zu erreichen. Das bedeutet, dass wir uns nicht gegen unsere Ängste wehren und wir etwas tun was sich absolut nicht gut anfühlt und dann einfach hoffen, dass wir unser Ziel erreichen. Nein, jetzt sollten wir erstmal das Ziel vergessen und unser Gefühl unser Hauptziel machen. Der Grund weshalb wir nämlich Verwirrung und Angst spüren bezüglich der Situation hat damit zu tun, dass ein Teil von uns nicht im Einklang ist. Statt uns also zu zwingen unser Ziel zu erreichen, sollten wir uns selbst erstmal in Einklang bringen.

Ich habe einen ausführlichen Post geschrieben wie man im Einklang mit seinem Höheren Selbst schwingen kann, aber in diesem Post gebe ich dir die Kurzversion. Zuallererst sollten wir uns einfach nur verbinden mit unseren Emotionen. Offensichtlich möchte unser Höheres Selbst uns etwas sagen, nämlich dass es unsere widersprüchlichen Gedanken und Gefühle über ein bestimmtes Thema sind die uns aus der Balance bringen. Statt ganz von dem Thema wegzurennen, in der Hoffnung dass die Zeit alle Wunden heilt (was nie passiert, warum kämpfen wir sonst alle noch mit unseren Kindheitstraumatas?), sollten wir uns aktiv mit unseren Gefühlen über das Thema auseinandersetzen.

Intim werden mit uns selbst, unsere Gefühle anerkennen, unsere Gedanken verstehen - das ist die Arbeit die wir von uns selbst verlangen sollten in solchen Momenten. Wir sollten jedoch sehr achtsam sein dabei, da unsere Aufgabe lediglich daraus besteht zu beobachten und zu empfangen. Wir zwingen uns zu nichts, fordern keine Antworten oder Lösungen von unserem Höheren Selbst. Wir erlauben uns einfach Mal zu sein. Lediglich zu sein ist für uns sehr ungewohnt, was dazu führt, dass es uns schwer fällt. Wegrennen und uns in weniger konfrontierenden Situationen begeben fühlt sich so viel einfacher an. Und es ist einfacher, aber sind wir hier auf Erden gekommen um ein einfaches Leben zu führen oder um zu lernen?

Solange wir uns nicht komfortabel fühlen mit der Situation wie sie ist, müssen wir einfach nur damit sein. Es ist wichtig, dass wir die Situation wie sie im Hier und Jetzt ist akzeptieren können, noch bevor wir unser Ziel erreichen. Das bedeutet nicht, dass wir unser Ziel aufgeben. Wir würdigen lediglich die Perfektion der ganzen Situation (inklusive den Moment in dem wir uns jetzt befinden) als eine besondere Lernaufgabe. Die Einsicht, dass alle Schwierigkeiten eine Lektion mit sich mitbringen, kreiert Dankbarkeit statt Frustration. Letztlich kommen wir aus Unzufriedenheit heraus nicht vorwärts, was oftmals schwierig zu verstehen ist für unseren menschlichen Verstand. Wir denken, dass wir zufrieden werden wenn wir ein Ziel erreichen, dabei sollten wir die Schritte umdrehen. Erst sollten wir zufrieden sein mit der Situation wie sie jetzt ist, damit wir uns auf unser Ziel hinbewegen können.

Dieser Schritt ist wirklich knifflig, weshalb viele auf dem spirituellen Pfad (inklusive mir selbst) sich an diesem Punkt verirren. Wir denken, dass es nutzlos ist etwas nachzugehen, wenn das Thema sich nicht direkt gut anfühlt. Dabei vergessen wir wie stark und überzeugend das Ego sein kann und das unsere Seele hier auf Erden gekommen ist um zu lernen. Unser Egos kann uns dabei unheimlich helfen, weil es tolle Lehrer sind. Aber um die Lektion zu lernen, müssen wir auch für unsere Prüfung erscheinen, was bedeutet dass wir uns nicht einfach von unseren Problemen abwenden können und in unserer Komfortzone bleiben können.

Oftmals befürchten wir jedoch, dass wir noch nicht vorbereitet genug sind für die Prüfung. Wir sind uns nicht bewusst, dass wir eigentlich alles schon wissen was wir brauchen um die Prüfung zu bestehen. Unsere einzige Aufgabe ist es unserem Höheren Selbst die Erlaubnis zu geben uns die Antworten zu zeigen. Diese Antworten versteckt sich hinter vielen Gedanken und Gefühlen die zusammen eine Mauer des Widerstands formen. Dieser Widerstand hält uns davon ab die Wahrheit zu sehen. Es lähmt und betäubt uns, wodurch wir handlungsunfähig werden. Diese Gefühle können unheimlich stark (und überzeugend!) sein, aber vergesse nicht dass Emotionen nichts mehr sind als Energie in Bewegung (energy in motion). Sie brauchen lediglich die Genehmigung um sich in unserem Körper frei bewegen zu können. Wenn wir sie unterdrücken, werden sie darauf warten endlich befreit zu werden und in der Zwischenzeit bauen sie weiter an unserem Widerstand. Je mehr Raum und Akzeptanz wir unseren Gefühlen geben, umso schneller wird der Widerstand sich lösen - und das kann unter Umständen sehr schnell passieren.

Wenn wir keinen Widerstand mehr spüren über ein bestimmtes Thema, dann kann inspiriertes Handeln in unser Leben treten. Die Dinge werden mühelos in unser Leben fließen, auch wenn es ein wenig Anstrengung erfordert. Für unser Ego ist jegliche Form von Anstrengung schrecklich, aber Anstrengung kann sehr heilsam und angenehm sein mit der richtigen Motivation. Eine Bergwanderung erfordert eine Menge Anstrengung, aber ist das ein Grund es nicht zu tun? Es gibt so etwas wie Eustress, auch bekannt als gesunder Stress. Es ist der Stress den wir brauchen um Muskeln aufzubauen, sei es physisch, emotional, mental or spirituell. Eine gesunde Menge an Stress hilft uns zu wachsen. Ohne jeglichen Stress würde unser System sich letztlich zurückbilden.

Wir kommen also nicht drumherum Energie in unsere Beziehungen zu stecken, neue Fähigkeiten für den Job zu lernen und genug Geld für den Traumurlaub zu verdienen. Wenn wir erstmal in dem Zustand sind wo unser Verlangen nicht mehr außer Reichweite, zu schwierig oder gefährlich zu sein scheint, dann löst sich der Widerstand. Der Widerstand - der hauptsächlich entsteht aus falschen Glaubenssätzen und alten Gefühlen die noch in unserem Körper gelagert sind - ist der einzige Grund weshalb eine Handlung überhaupt anstrengend ist. Die Handlung selber braucht nicht anstrengend oder schwierig zu sein - im Gegenteil. Wenn wir handeln ohne Widerstand, dann wird das Handeln aus uns heraus fließen, was sich belebend anfühlt.

Natürlich wird es auch vorkommen, dass inspiriertes Handeln Nervosität mit sich mitbringt, aber das Gefühl äußert sich mehr als Aufregung statt Angst. Ein Teil von uns weiß, dass wir diesen Schritt machen müssen, auch wenn wir nicht wissen wie es endet, aber dass wir auf dem Weg immer begleitet werden. Und ohne unseren Widerstand werden wir auch wissen, dass viele unserer Ängste nichts mehr als eine Illusion sind. Es gibt in unserer modernen Welt wenig wahre Gefahren mehr und das größte Risiko das wir eingehen können, ist dass wir nicht unser vollstes Potential entfalten. Wir sind nicht auf diese wunderschöne Erde gekommen um uns zu beschützen, wir sind hierher gekommen um unsere Licht erstrahlen zu lassen, welches mit jeder gelernten Lektion heller erleuchtet.